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Kalkar
Kundschaft ist froh über Fachmärkte

Kalkar: Kundschaft ist froh über Fachmärkte
Daniela Janßen-Gregor, Michèle Drießen und Ines van Beeck besuchen das Fachmarkt-Zentrum regelmäßig. Besonders gut finden sie, dass es dort eine Drogerie gibt, die alles führt, was ihre Kinder so brauchen. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Was immer man städtebaulich von dem Zentrum hält: Die Nachfrage nach Supermärkten und anderen Discountern nahe der historischen Ortsmitte scheint groß zu sein. Parkflächen vor Rewe zu knapp, wird bemängelt. Von Anja Settnik

Zu Fuß sind zwei der jungen Mütter mit ihren Kinderwagen ins Kalkarer Fachmarktzentrum gekommen, die dritte hat ihr Auto dabei. Der dortige Drogeriemarkt ist für sie das Hauptziel - wer Kleinkinder hat, braucht alle paar Tage einen solchen Laden, in dem es von der Pflegecreme bis zur Windel alles gibt. Und die gesunden Lebensmittel sind gleich gegenüber oder nebenan zu bekommen. "Für uns ist das Geschäftszentrum einfach super", sagt Daniela Janßen-Gregor, die sich in dieser Einschätzung mit Michèle Drießen völlig einig ist. Die Frauen wissen, dass die Frage, ob und wo Kalkar derartige Geschäfte braucht, jahrelang heiß diskutiert wurde. Wer jedoch sieht, wie voll der Parkplatz in Altkalkar ist, kann nur folgern, dass das Zentrum sehr gut angenommen wird.

Ines van Beeck, die Dritte im Bunde, kann verstehen, wenn Kalkarer das Ausbluten des Ortskerns beklagen. "Ich gehe gerne in die Stadt und fände es schön, wenn es rund um den Markt alles gäbe, was ich brauche. Aber das ist eben nicht so - in die Monrestraße gehe ich zu Michelbrink, für die täglichen Besorgungen notgedrungen ins Fachmarktzentrum. Für Discounter und andere Läden, die viel Fläche brauchen, ist in der Ortsmitte gar kein Platz." Der Marktplatz mit seinen Cafés und Lokalen bleibe dennoch für Bürger und Auswärtige immer ein attraktives Ziel.

Während es im hinteren Bereich genügend Parkfläche gibt, wird's vorne bei Rewe schon mal eng - die SPD-Fraktion hatte deshalb vor einigen Monaten schon den Antrag gestellt, einen wenig benutzten benachbarten Spielplatz in weitere Stellflächen umzuwandeln. "Es ist nicht ungefährlich, sich hier zu Fuß zu bewegen, zumal es auch keine gekennzeichneten Gehwege gibt", merkt Michèle Drießen an. Gut finden die Mütter, dass die Läden für die Bürger des Ortskerns und aus Altkalkar sehr leicht zu erreichen sind - eben auch zu Fuß.

Brigitte Jamin gehört einer anderen Generation an, weiß die neuen Geschäfte aber dennoch zu schätzen. "Hier hat man alles beisammen und kann vor der Tür parken", stellt sie zufrieden fest. Sandra Janßen, die bei ihrer Mutter zu Besuch ist, kennt Kalkar von früher noch anders. Aber warum solle man Läden nicht nutzen, die so bequem erreichbar seien? Auch Margarete Kröger, die mit der Familie in Wissel lebt, sieht es pragmatisch. "Wer in den Ortsteilen lebt, muss sowieso immer fahren. Zweimal in der Woche komme ich nach Kalkar. Dann gehe ich zum Bäcker, zur Reinigung, in den Lotto-Laden und die Apotheke in der Stadt, Lebensmittel kaufe ich an der Bahnhofstraße."

Lange hatte die Politik darüber diskutiert, ob ein Fachmarkt Kaufkraft an Kalkar binden oder eher der Monrestraße den Todesstoß versetzen würde. Stadtsoziologen und Stadtentwickler warnen ja häufig vor Einkaufszentren "auf der grünen Wiese" - was auf Kalkar wegen der unmittelbaren Nähe zum Ortskern sowieso nicht zutrifft. Selbst Dorothee Flinterhoff, Inhaberin des gleichnamigen Geschäfts an der Monrestraße und im Werbering aktiv, konnte nach einigen Monaten Erfahrung mit dem neuen Zentrum keinen negativen Ausfluss auf ihr Geschäft ausmachen.

Für Bürgermeister Gerhard Fonck ist die Realisierung des Kalkarer Fachmarkzentrums ein Meilenstein in der Geschichte seiner Stadt. Er setzt auf die Kaufkraft, die in Kalkar bleibe und durch Kunden von auswärts - aus Marienbaum, Bedburg-Hau, Rees und Goch - sogar zunehme. Dass die Probleme der Monrestraße damit nicht gelöst sind, weiß auch er.

Quelle: RP
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