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Kranenburg/Kleve
Kunst ist Inklusion

Kranenburg/Kleve: Kunst ist Inklusion
Die Teilnehmer des Workshops in Kranenburg-Mehr präsentieren ihre selbstgebauten Tiere aus Holz, die den Niederrhein ausmachen. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg/Kleve. Unter dem Motto "Niederrhein Inkognito" arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung in der Werkstatt van Aken in Kranenburg-Mehr zusammen. Mit dem Kunstprojekt sollen Berührungsängste abgebaut werden. Von Lea Ebbers

Mit Schmirgelpapier wird der Kuhkopf glatt gerieben. Der Holzstaub rieselt auf den Boden. Auf einem Tisch in der Ecke steht ein großer Korb mit weißer und grauer Schafwolle. Im Hintergrund ertönt das Geräusch einer Kreissäge. Schülerin Samantha Hendricks ist vertieft in die Arbeit. Geduldig zeigt die Sechszehnjährige Lothar Lanwehr, an welchen Stellen die Kuh aus Holz noch glatter geschmirgelt werden muss. Samantha Hendricks baut zusammen mit dem Mitarbeiter der Lebenshilfe das typisch niederrheinische Tier aus Holz, dessen Kopf mit Schmirgelpapier in Form gebracht wird.

In der Schreinerei van Aken in Kranenburg-Mehr arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung in diesem Monat an drei aufeinanderfolgenden Dienstagen zusammen unter dem Motto "Niederrhein Inkognito". Unter der Leitung von Tischlermeisterin Petra van Aken begeben sich die Teilnehmer auf die Spuren des Bildhauers Ewald Mataré, der sich unter dem Titel "Kühe auf der Weide" den Tierskulpturen widmete. Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten aus Rees und Bewohner der Lebenshilfe Viersen bauen gemeinsam mit Schülern der Rheinschule Rees verschiedene Tiere aus Weidenholz und Schafwolle - typische Materialien des Niederrheins. "Das inklusive Kunstprojekt soll Berührungspunkte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung schaffen, so dass diese miteinander arbeiten können und Berührungsängste abgebaut werden", erklärt van Aken, die zum zweiten Mal Mitarbeiter und Schüler in ihrer Werkstatt zu Besuch hat.

Der Workshop ist einer von vier Projekten, die zeitgleich auch in Rees, Nettetal und Viersen angeboten werden. In allen Workshops werden Materialien verwendet, die am Niederrhein zu finden sind. Ob Wolle, Weidenholz, Tuffstein oder Ton - aus allen Naturprodukten werden künstlerische Skulpturen erstellt. Die Lebenshilfe Unterer Niederrhein organisiert diese Projekte seit dem vergangenen Jahr unter dem Titel "Inklusion ist Kunst". Gefördert werden diese von der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen. Der Förderverein der Rheinschule Rees unterstützt das Projekt, indem er die Fahrtkosten für die Schülerinnen und Schüler übernimmt.

"In der Kunst gibt es kein richtig oder falsch, daher eignet sie sich besonders gut, um Menschen mit Behinderung noch besser integrieren zu können", sagt van Aken. Sie arbeitet gerne mit den Teilnehmern zusammen und engagiert sich für das Kunstprojekt, für welches sie nur eine kleine Aufwandsentschädigung bekommt. Auch den Teilnehmern gefällt das gemeinsame Werken sichtlich. "Mir macht der Workshop Spaß, ich würde ihn wieder machen", sagt Samantha Hendricks.

Für die Mitarbeiter und Schüler sind die Projekttage ein Highlight und eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Sie können ihrer Fantasie in den Werkstätten freien Lauf lassen. Das Kunstprojekt wird am 4. Juli auf dem Naturschutzhof der Nabu, Sassenfeld 200, in Nettetal, mit einer Ausstellung abgeschlossen. Die geschaffenen Kunstwerke werden Interessierten dort von 11 bis 17 Uhr präsentiert.

Quelle: RP
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