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Kleve
Kunstkino im Museum Kurhaus

Kleve. Der neue Innenhof vor dem Katharina-von-Kleve-Saal wird zum Freilicht-Kino: Eine ausgesuchte Reihe mit besonderen Filmen von Regisseuren wie Luis Bunuel über Werner Herzog bis Peter Grenaway, jeweils Donnerstag um 21 Uhr. Von Matthias Grass

Kleves Museumsleiter Prof. Harald Kunde will den neuen Innenhof zwischen den Flügeln des Friedrich-Wilhelm-Bades und dem Katharina-von-Kleve-Saal mit Leben füllen. Die große Skulptur der stählernen Kissen von Thomas Kühnapfel ist inzwischen abgebaut, so dass wieder Platz für Veranstaltungen auf dem gut geschnittenen Hof ist. Die hohen Wände der Flügel des Friedrich-Wilhelm-Bades, der ruhige Bau des Katharina-von-Kleve-Saales und schließlich die Sichtbetonwand zum Wald hin haben hier ein geschlossenes "Zimmer" unter freiem Himmel geschaffen, das einer Bestimmung harrt: Es soll jetzt an vier Donnerstagen im Juli dem Kunstkino frönen.

In Zusammenarbeit mit Reinhard Berens von den Klever Tichelpark-Kinos haben Kunde und seine Kuratoren zusammen mit dem Kino-Chef eine Reihe von Filmklassikern zusammengestellt, die ganz gewiss nicht zum Mainstream-Kino gehören, aber in der Regel immer wieder sehenswert sind. Vor allem, wenn sie auf die große Leinwand dürfen.

Wie Luis Bunuels letzter Film "Dieses obskure Objekt der Begierde", der zugleich der erste Film der Französin Carol Bouquet war, die vier Jahre später als Bond-Girl international bekannt wurde. Sie teilt sich die Rolle der Conchita, die einen alternden Geschäftsmann (Fernando Rey) geradezu um den Verstand bringt, mit Angela Molina. Das Objekt seiner Begierde, diese Frau mit den zwei Gesichtern, bleibt für ihn unerreichbar. Bunuel, der große Vertreter des surrealen Kinos, drehte den Film 1977. Er ist am kommenden Donnerstag, 14. Juli, 21 Uhr, zu sehen. (FSK 16 Jahre)

Der Donnerstag danach befasst sich mit einem Künstler: "Caravaggio", titelt der Film. Die eigenwillige Filmbiografie von Regisseur Derek Jarman aus dem Jahr 1986 stelle mit bisweilen radikalen Ausdrucksmitteln den Lebensweg des italienischen Malers Carravagio (1573-1610), eines der großen Wegbereiter des Barock, dar, so Heinrich Dietz vom Museum Kurhaus. Auf der Berlinale 1986 wurde sein Film mit dem "Silbernen Bären" ausgezeichnet. "Caravaggio" läuft als Original mit Untertiteln, Donnerstag, 21. Juli, 21 Uhr. (FSK 12 Jahre).

Es folgt ein Werk des Großmeisters des britischen Kunstkinos, Peter Greenaway ("Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber", "Prosperos Bücher", "Die Verschwörung der Frauen"). In Kleve ist ein ganz neuer Film des Briten aus dem Jahre 2015 zu sehen: "Eisenstein in Guanajuato" stelle eine Hommage an den sowjetischen Ausnahmeregisseur Sergei Eisenstein (der u.a. den Klassiker "Panzerkreuzer Potemkin" geschaffen hat und im Film von Elmer Bäck gespielt wird). "Dabei interessieren Greenaway eher beiläufig die intellektuellen oder künstlerischen Aspekte seines Schaffens, sondern vielmehr Eisensteins Umgang mit seiner Homosexualität", erläutert Dietz den ausgesuchten Film, der ab 16 Jahre freigegeben ist.

Ein Schiff, das über einen Berg muss, der irrwitzige Klaus Kinski bei einem irrwitzen Versuch, ein Opernhaus im Dschungel des Amazonas zu bauen, stehen im Mittelpunkt des deutschen Filmklassikers "Fitzcarraldo" von Werner Herzog am Donnerstag, 4. August, wieder 21 Uhr. Herzog drehte den Film im Dschungel 1982. Die Dreharbeiten und nicht zuletzt Klaus Kinski sollen die ganze Crew an den Rand des Wahnsinns geführt haben. Wie auch immer - es wurde ein Klassiker, ein imposantes Werk. "Fitzcarraldo schließt den Filmreigen im Außenhof des Museums.

"Wie wir bei Regen verfahren, das müssen wir jeweils kurzfristig entscheiden", sagt Valentina Vlasic vom Klever Museum. Jedenfalls überlege man, ob man die Bestuhlung vom Café nehmen werde. "Damit man gemütlich die Filme genießen kann", sagt Vlasic. Sollte das Wetter mitspielen.

Klar, dass der Freundeskreis diesen Moment nicht auslässt, zum Gespräch und zum Glas Wein einzuladen: "Wir werden eine Getränke-Theke einrichten", versichert die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums.

Quelle: RP
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