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Kleve
Kupferdiebe gestoppt - dann entkommen

Polizei sucht Kupferdiebe
Polizei sucht Kupferdiebe FOTO: Guido Schulmann
Kleve. Bei einer Kontrolle haben Polizisten gegen 3.45 Uhr zwei Personen angehalten, die auf einem Lkw ein bis zwei Tonnen gestohlenes Metall transportierten. Die Verdächtigen entkamen zu Fuß. Umfangreiche Suche nach ihnen blieb erfolglos. Von Dieter Dormann

Ein Klein-Lkw mit niederländischen Kennzeichen, der gegen 3.45 Uhr auf dem Tweestrom in Richtung Oraniendeich unterwegs ist - dies hat zwei Streifenbeamte der Polizei, denen der Wagen in der Nacht zu gestern entgegen kam, misstrauisch gemacht. Die Beamten entschlossen sich zu einer Kontrolle. Sie wendeten, um Fahrzeug, Insassen und Ladung zu überprüfen.

Doch der Fahrer des Klein-Lkw gab Gas. Die Polizisten forderten in der Leitstelle Verstärkung an. Erst am Kreisverkehr in Griethausen hatten die Verfolger wieder Sichtkontakt zu den Fliehenden. Inzwischen errichteten zwei zu Hilfe gerufene Streifenbeamte auf dem Oraniendeich - kurz vor Auffahrt zur Rheinbrücke - eine "Standkontrolle", gaben dem Klein-Lkw Stopp-Zeichen. Der Wagen hielt auch an. Aber die zwei Insassen sprangen sofort aus dem Fahrzeug und flüchteten in die Dunkelheit. Dies geschah so schnell, dass die Beamten nicht erkennen konnten, ob es sich um Männer oder Frauen handelte.

Die Polizisten der "Standkontrolle" nahmen zu Fuß die Verfolgung auf. Ihre Kollegen, die den Lkw auf dem Tweestrom bemerkt hatten, alarmierten die Leitstelle. Weitere Beamte sollten bei der Suche nach den Flüchtigen helfen. Schon bald waren etwa 20 Polizisten - auch von der Bundespolizei - an der Einsatzstelle. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr aus Griethausen leuchtete mit Strahlern die mit Sträuchern und Büschen bewachsene Umgebung aus. Schließlich kam noch ein Hundeführer mit seinem Vierbeiner zum Einsatz. Doch die Suche nach den Flüchtigen blieb erfolglos.

Mit mehreren Streifenwagen waren Polizisten zum Oraniendeich kurz hinter der Rheinbrücke gekommen, um nach den Flüchtigen zu suchen. FOTO: Schulmann

In den frühen Morgenstunden brach die Polizei den Einsatz am Oraniendeich ab. Den Lkw samt Diebesgut - das Gewicht der Kupferbleche und -stränge, die laut Polizei von einem Firmenglände an der Flutstraße gestohlen worden waren, schätzt die Polizei auf ein bis zwei Tonnen - stellten die Beamten sicher. Von der intensiven Spurensicherung in dem Wagen erhoffen sich die Fahnder Erkenntnisse, die auf die Spur der Diebe führen.

Der Kupfer-Diebstahl vom Firmengelände an der Flutstraße ist kein Einzelfall in Kleve. Allein seit Karneval haben Täter mehrfach aus verschiedenen Betrieben im Gewerbegebiet der Unterstadt - vor allem an der Ziegelstraße - Metalle in größeren Mengen entwendet. Schon vor Jahren waren beispielsweise Kupfer, Blei, Aluminium, Zink und Eisen wegen stark gestiegener Preise eine bei Dieben "beliebte" Beute. Zwar wird für Metalle seit einigen Monaten wieder weniger bezahlt. So war der Preis für eine Tonne Stahl laut Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen von 290 Euro im Januar 2013 bis zum Herbst 2015 auf 137 Euro gefallen. Bei Blei und Aluminium war der Trend ähnlich. Der Preis fiel von 1855 auf 1535 Euro pro Tonne. Doch trotz dieses Preisverfalls hat die Klever Polizei in jüngster Vergangenheit wieder einen Anstieg der Metall-Diebstähle festgestellt. Zugleich sagt ein Sprecher der Behörde: "Während früher auch Regenfallrohre Grableuchten und Türbeschläge aus Kupfer entwendet wurden, sind es nun fast immer größere Mengen an Metall, die Diebe entwenden." Dies deutet laut dem Beamten daraufhin, dass zumindest der Absatz der Beute "gewerbsmäßig" organisiert sei. Woher Metalldiebe kommen, welche Nationalität sie haben, lasse sich nicht festlegen. Der Sprecher sagt: "Zumindest in der letzten Hochphase des Metalldiebstahls waren die Täter - was ihre Nationalität betrifft - bunt gemischt."

Quelle: RP
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