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Kleve/Emmerich
Landgericht verurteilt Drogenkurier zu fünfjähriger Haftstrafe

Kleve/Emmerich. Einen 35-jährigen Nigerianer hat das Landgericht Kleve wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von fünf Jahren verurteilt.

Der Mann war als Drogenkurier im Januar an der deutsch-niederländischen Grenze bei Emmerich mit fast 1,17 Kilogramm Kokain und Heroin in "Bodypacks" (Folienbeutel aus Cellophan) in seinem Magen erwischt worden. Der Angeklagte war geständig, doch der Vorsitzende Richter der zweiten großen Strafkammer bewertete dies nicht als in starkem Maße strafmildernd. Der Nigerianer sei schließlich eindeutig überführt worden und habe keine Angaben zu den Tatbeteiligten gemacht, erklärte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Auf die Umstände, die zu dieser Tat geführt hatten, hatte zuvor besonders die Verteidigerin des verheirateten Vaters aufmerksam gemacht. Der 35-jährige schilderte zuvor, dass er in Nigeria sechs Jahre lang eine Grundschule besucht und anschließend eine sechsjährige Ausbildung zum elektronischen Schweißer absolviert habe. Um eine Arbeit zu finden und seine Familie finanziell unterstützen zu können, sei er 2007 nach Libyen gereist und 2011 weiter nach Europa. In Italien habe er seither in einer Asylunterkunft als Asylbewerber gelebt. Eine Arbeit habe er aber nicht gefunden. Weiter auf der Suche nach einer Tätigkeit sei er 2013 in die Schweiz gereist, wo er später ein Einwanderungsverbot erhielt, gegen das er 2015 allerdings verstieß.

Zum Tatzeitraum hatte sich der in Rom lebende 35-Jährige mit einem niederländischen Freund verabredet. Um eine mögliche Arbeitsstelle zu erhalten, habe er sich mit ihm im Raum Amsterdam treffen wollen. Der Freund sei jedoch nicht erschienen und für ihn nicht mehr zu erreichen gewesen.

Da er nicht mehr gewusst habe, wie er die Kosten für seine Rückreise nach Italien aufbringen sollte, sei er daraufhin auf das Angebot eines anderen Mannes eingegangen. Dieser habe ihm 1500 Euro und die Übernahme der Reisekosten angeboten, wenn er "Bodypacks" in seinem Magen ins tschechische Prag transportiere. Dass es sich dabei um Heroin und Kokain handelte, wollte der Beschuldigte damals jedoch nicht gewusst haben.

Nachdem er die "Bodypacks" geschluckt hatte, stieg der Angeklagte in einen Fernbus, der ihn über Deutschland nach Tschechien bringen sollte. Polizeibeamten fiel er jedoch in Emmerich bei einer Routinekontrolle auf. Im Zuge näherer Untersuchungen wurden bei ihm je 60 "Bodypacks" mit Heroin und Kokain gefunden.

(pets)
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