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Kalkar
Landschaften von Joseph Bakir in Kalkar

Kalkar. Eine Landschaft irgendwo im Nahen Osten: Eine weite Ebene voll fröhlicher Farben, blühende Bäume im Vordergrund, einige weiße Häuser blitzen zwischen der üppigen Vegetation hervor, im Hintergrund verschwindet im Dunst eine mächtige Bergkette. Das Tal ist von der unsichtbaren Sonne erfüllt, man hat das Gefühl, auf einer Aussichtsterrasse zu stehen und den Blick in die Weite zu genießen. Von Matthias Grass

Joseph Bakir hat das stille Triptychon dieser Ebene gemalt. Bakir ist syrischer Kurde, musste bereits1997 sein Land verlassen, nachdem er in Aleppo und Damaskus Kunst studiert hatte. Er wurde verfolgt. Und doch blieben seine Bilder voller Optimismus, voller Farben und Stille, voller Frieden. Bilder, in mildes Licht gehüllt. Es sind Gemälde, die im krassen Gegensatz zu den aktuellen Bildern stehen, die vom Krieg in Syrien erzählen. Nur einzelne Werke Bakirs scheinen die Gegenwart des im Krieg zerrissenen Syriens widerzuspiegeln - dann erscheint auch bei Bakir die Stadt vor der Ebene in dunklen Grautönen, die Konturen der Häuser und Straßen werden unklar, sind wie von der Erinnerung verwischt. Und doch bleibt Hoffnung - im Hintergrund die Berge liegen friedlich im Licht. Bakir erzählt eben vom Frieden. Von der Schönheit seiner kurdischen Heimat in Syrien. Von der Freude am Leben, wie sie jener Tanzkreis aus mit schnellem blauen Pinselstrich gezeichneten Menschen unter rankendem Wein präsentiert.

40 Gemälde des in Köln lebenden Kurden zeigt die Galerie "Hof-Nr. 3" am Markt in Kalkar. Die Eröffnung ist am heutigen Samstag, 17 Uhr. Joseph Bakir wird zur Ausstellung kommen. Und er wird, verspricht Galerist Hans-Hermann Bottenbruch, am Ausstellungstag einer anderen Kunst frönen: Denn Bakir formt auch Sandskulpturen.

Der Kurde ist kein Unbekannter am Niederrhein, stellte bei Kocken in Kevelaer aus und ist mit seinen Bildern in den rheinischen Galerien präsent. In Kalkar sind vor allem Gemälde zu sehen, in Öl auf Leinwand ebenso wie in Mischtechnik. So arbeitet Bakir grobe Gewebe in die Bilder ein, die mit pastoser Farbe übermalt sind. Sie geben den Bildern eine ganz eigene Struktur. Überwiegend sind es Landschaften, die Bottenbruch für die Ausstellung, die bis zum 31. Mai zu sehen ist, ausgesucht hat. Jene in flirrender Mosaik-Technik sich fügende Landschaften aus hellen Tönen. Manchmal sind sie auch mit groben Pinsel auf die Leinwand gesetzt.

Daneben stehen geradezu mit Motiven überbordende Bilder mit mythischen Szenen von beflügelten Stieren, einer Tänzerin und einem üppigen Akt, der rücklings in der Luft zu schwimmen scheint. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog.

Galerie Hof-Nr 3, Markt 6 in Kalkar, donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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