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Kreis Kleve
Landwirtschaft der Zukunft im Fokus

Kreis Kleve: Landwirtschaft der Zukunft im Fokus
In Gruppen präsentierten Studierende die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten zum Thema Landwirtschaft. FOTO: Stade
Kreis Kleve. Die Projekttage von Studierenden der Fachschulen für Landwirtschaft und Ökologischen Landbau im Haus Riswick ergaben: Die Landwirte sollten stärker am Image Ihres Fachgebiets arbeiten. Die Präsentationen wurden prämiiert. Von Maria van de Sand

Billig, billig, billig - so laute die Prämisse vieler junger Verbraucher, wenn es um den Erwerb landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Fleisch und Milch ginge. Das zumindest fand eine Gruppe Studierender während einer Projektwoche zum Thema "Landwirtschaft der Zukunft - Querdenken erlaubt" am Haus Riswick heraus. Die vier jungen Männer hatten dazu Befragungen in Goch und Kleve durchgeführt. "Darüber, woher das Fleisch kommt und was die Milch kostet, macht sich die junge Generation heute keine Gedanken mehr", beklagt Thomas Janshen, Landwirt aus Straelen.

Der allgemeine Tenor der Veranstaltung: Das Image der Landwirtschaft muss besser werden. Insgesamt acht Gruppen erarbeiteten und präsentierten in den Projekttagen des Versuchs- und Bildungszentrums Konzepte für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Die Themen reichten von der Entwicklung des Bodenmarktes über Energiekonzepte mit Hackschnitzelanlage, Biomeiler oder Wasserstoff betriebenem Traktor bis hin zur Hofgemeinschaft in Form einer solidarischen Landwirtschaft.

Die Vereinbarkeit wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte griffen die Studierenden auch als wichtigen Aspekt auf. Als Zukunftssicherung für Kleinbauern stellten die jungen Landwirte Entwürfe wie Obstanbau, Fischmarkt, Pferdepension oder den Erlebnisbauernhof vor. Lehrpersonal, Studierende und andere wählten nach der Präsentation der Gruppenarbeiten mit je drei möglichen Stimmvergaben ihre favorisierten Konzepte. Gleich zwei der drei Teams, die die meisten Stimmen erhielten und prämiert wurden, widmeten sich dem Thema Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft. So betonte Felix Beckmann, Studierender aus Kalkar, in seinem Vortrag, wie wichtig die Präsenz von Agrarunternehmen sei. "Schon Grundschulklassen sollten landwirtschaftliche Betriebe besuchen. Wenn die Kinder von früh auf lernen, wie die Tiere gehalten werden, entsteht ein ganz anderes Bild in den Köpfen der Menschen", sagte er.

Christian Lötz, Jungbauer aus Kranenburg-Mehr, sprach in seiner Gruppenpräsentation den Flächenverbrauch in Deutschland und mögliche Strategien zum Flächeneinsparen an. "In Deutschland verlieren wir jeden Tag 77 Hektar nutzbare Flächen an Siedlungen und Verkehrsflächen. Auf 30 Hektar pro Tag hat die Bundesregierung ihr Ziel bis zum Jahr 2020 festgelegt." Der junge Landwirt erklärte, dass es wesentlich sinvoller sei, alte Lagerhallen, Parkplätze oder Bauruinen als Bebauunugsfläche wieder nutzbar zu machen statt Flächen in der Natur für Neubaugebiete auszuweisen. "Das ist natürlich teurer als auf der grünen Wiese zu bauen", so Lötz.

Die grüne Wiese wollte eine andere Gruppe auf die Dächer der Stadt verlagern. "Urban Gardening" heißt das Konzept, unter dem bereits in zahlreichen Großstädten wie New York auf Flachdächern Gärten bewirtschaftet werden.

Auch die Ernährung der Weltbevölkerung griffen die Jungbauern auf. Dazu seien Großbetrieben unabdingbar. Thomas Janshen: "Viele wissen leider nicht, dass es Kühen in einer Herde mit 300 Tieren gut geht. Auch die neuen Ställe sind modern und bieten der Kuh Comfort."

Prämiert wurden für ihre Präsentationen: Platz 1: Alexander Paal, Andreas Stickelbrock, Michael Klümpen, Thomas Janshen; Geteilter zweiter Platz: Christian Lötz, Martin van den Berg - Cornelius Sleuwen, Felix Beckmann, Stefan Gietmann, Tobias Maas.

Quelle: RP
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