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Kreis Kleve
"LiKK" möchte die Vielfalt erhalten

Kreis Kleve: "LiKK" möchte die Vielfalt erhalten
Blickfang auf dem Gehöft Berkhöfel: Hängebauchschwein Emma mit Lissy van de Loo. FOTO: Markus van Offern
Kreis Kleve. Der Verein "Landschaftspflege im Kreis Kleve" kümmert sich schwerpunktmäßig um Streuobstwiesen, aber auch um alte Gemüsesorten oder Nisthilfen für Steinkäuze. Wichtiger Partner auch für Kommunen. Von Anja Settnik

Wer die Internetseite des Vereins "LiKK", Landschaftspflege im Kreis Kleve, aufruft, dem geht das Herz auf - wenn er nicht völlig verroht oder ein absoluter Stadtmensch ist. Denn die Seite ist grün, grün wie die Natur des Niederrheins, außerdem zeigt sie Schafe, Blumen, blühende Obstbäume, sichtbar knackige Äpfel. Die Landschaftspfleger pflegen Streuobstwiesen und setzen sich auch für den Erhalt selten gewordener Kulturpflanzen ein. Im Frühjahr bieten sie Jungpflanzen und Saatkartoffeln an - und zwar von solchen Sorten, die es im Gartencenter eher nicht gibt.

Vorsitzender des Vereins ist Hubert Lemken. Angefangen hatten er und Markus van Aken damit, Schafe in die Landschaftspflege einzubeziehen. Bald wurde die Arbeit rund um die Landschäferei so umfassend, dass sie auf professionelle Füße gestellt wurde. Markus van Akens lebendige Rasenmäher und die Tiere eines zweiten Schäfers halten jetzt das Gras im Auftrag des Vereins kurz. Die rund 40 Mitglieder des "LiKK", davon zehn bis 20 aktive Mitstreiter, haben auch ohne Schafe genug zutun.

Denn Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist inzwischen auch die Pflege von Obstbaumwiesen. Ausgleichsflächen, die Kommunen oder Unternehmen ausweisen müssen, wenn sie für große Bauprojekte und Ansiedlungen Land verbrauchen, sind sehr gut geeignet, um auf ihnen praktischen Naturschutz zu betreiben. Optimalerweise, sagt Lemken, stimmen die Eigentümer die Pläne mit dem Vertragspartner "LiKK" ab, damit nicht unpassende Baumsorten gepflanzt werden. Denn die Naturschützer möchten vor allem die alten Sorten, die wegen nicht ganz so hoher Erträge oder des Kundengeschmacks, der häufig den optisch perfekten Apfel verlangt, vernachlässigt werden, erhalten.

"Man kann sich nicht einmal darauf verlassen, dass die jungen Stämme, die man mit Sortenbezeichnung kauft, tatsächlich die Sorten sind, die man haben möchte", hat Lemken erfahren. Wo es Unklarheiten gibt oder bei älteren Bäumen Angaben fehlen, helfen schon mal "Pomologen", Apfelforscher. Dank ihrer Expertise hängt inzwischen an ganz vielen Bäumen ein Schildchen mit der richtigen Sortenbezeichnung.

Als Zeichen der Wertschätzung der Früchte möchten die LiKK-Akteure, dass Äpfel, nur weil sie vielleicht nicht ganz ebenmäßig geformt sind oder in der gewünschten Größe gewachsen sind, auch als Naturobst verkauft werden. "Bisher vertreiben wir Äpfel von unseren Wiesen über den Bioladen in Wyler, das sollten in den kommenden Jahren aber mehr Läden werden. Vorausgesetzt, die Ernte ist ergiebiger als in diesem Jahr. Alte Sorten wie "Notaris" oder den "Doppelten Roten Bellefleur" als Tafelobst anbieten zu können, sei doch eine tolle Sache, findet Lemken.

Auch beim Gemüse möchte er sich nicht mit dem Standard abfinden. Auf dem Gehöft Berkhöfel zwischen Kleve und Uedem, das Heimat für ein Architekturbüro, den Verein "LiKK" und eine Kita ist, pflegt eine Gärtnerin in Vergessenheit geratene Kulturpflanzen. Im Frühjahr konnten interessierte Hobbygärtner die Jungpflanzen oder Kartoffel-Setzlinge auch für den eigenen Garten erwerben. Damit in Zukunft auch auf privatem Gelände mehr biologische Vielfalt herrscht.

Wer bei "LiKK" mitmachen möchte - aktiv oder als Förderer - kann sich gerne melden. Unter www.likk.eu gibt es viele Informationen und Ansprechpartner. Vielleicht möchten die "Neuen" helfen, Nistkästen für Steinkäuze aufzuhängen, Kopfbäume zu schneiden oder zu lernen, wie man Sauerkraut macht. Auch Kurse in Obstbaumschnitt und Veredelung sind im Angebot.

Quelle: RP
 
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