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Kalkar
Löschzug Kalkar feiert 90. Geburtstag

Kalkar: Löschzug Kalkar feiert 90. Geburtstag
"Angetreten" zum Geburtstag: der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Kalkar. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Großer Festakt mit buntem Rahmenprogramm auf dem historischen Marktplatz der Nikolaistadt, Bürgermeisterin Britta Schulz zollte Ehrenamtlern hohen Respekt und Vertrauen und übergab zwei neue Fahrzeuge. Von Stephan Derks

Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz hatte ein kostbares Geschenk für "ihre" Wehr mitgebracht: 450.000 Euro investiert Kalkar trotz klammer Kassen in zwei neue Fahrzeuge für die Feuerwehr. Ein schönes Geschenk zum 90. Geburtstag, der jetzt auf dem historischen Markt gefeiert wurde.

Löschzugführer Christian Umbach erinnerte an die Gründung der Wehr im Jahr 1926: Das damalige Hochwasser des Rheines reichte über acht Kilometer bis in die Stadt hinein und war die Initialzündung für die Gründung der Feuerwehr. Während Umbach an die vielen Stationen innerhalb der 90 Jahre erinnerte, sorgte ein Brandmeldealarm für den 73. Einsatz der 43 aktiven des Löschzuges in diesem Jahr. Damit war der durchschnittliche Einsatz von 60 im Jahr bereits deutlich überschritten.

Einen großen Einblick in die Arbeitsweise der Ehrenamtler erhielten die zahlreichen Besucher im Rahmen des 90. Geburtstages des Löschzuges. Und als die beiden Fahrzeuge schließlich übergeben wurden, mochten die Verschlüsse der zahlreichen Kameras gar nicht mehr aufhören zu klicken: zunächst das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HFL). Das Einsatzspektrum des HFL verschiebt sich zunehmend von der Brandbekämpfung zur technischen Hilfeleistung und deshalb ist der rote LKW mit zusätzlicher Beladung zur Unfallhilfe ausgerüstet. Dabei staunten die zahlreichen Gäste nicht schlecht ob der vielfältigsten Geräte, die für alle denkbaren Einsatzsituationen wie Verkehrsunfälle, Gefahrguteinsätze und natürlich herkömmliche Brandeinsätze in diesem Fahrzeug vereint worden waren.

Auf ihrem Geburtstagsfest präsentierte sich die Feuerwehr Kalkar auf dem historischen Marktplatz. FOTO: Evers Gottfried

Und auch das ebenfalls neu beschaffte Mittlere Löschfahrzeug (MLF), das so ausgestattet ist, dass seine Mannschaft bei einem Brandeinsatz den Erstangriff durchzuführen kann. Die Blauröcke können mit dem MLF aber auch im kleinen bis mittleren Rahmen technische Hilfe leisten. Gesamtwert der beiden Fahrzeuge: 450.000 Euro. Ein sicherlich teueres aber dennoch, zur Aufrechterhaltung des Bevölkerungsschutzes der rund 13.800 Einwohner zählenden Stadt, adäquates "Geschenk" zum 90. Geburtstag der Löschgruppe Kalkar.

Der feierlichen Übergabe der Fahrzeuge war ein würdiger, vom Musikverein "von Calcar" umrahmter Festakt, im historischen Ratssaal vorausgegangen. "Der Begriff Feuerwehr steht auch heute noch für Solidarität innerhalb einer Gesellschaft in der sich Frauen und Männer selbstlos für andere einsetzen", erklärte Kalkars Wehrleiter, Stadtbrandinspektor Georg Bouwmann in seiner Begrüßungsrede. Diesem selbstlosen Einsatz der 187 Einsatzkräfte, den 56 Angehörigen der Ehrenabteilung und den 30 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr der Stadt zollte Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz nicht nur im Namen von Rat und Verwaltung allerhöchsten Respekt.

In ihrem Dank an die unermüdliche Einsatzbereitschaft der Wehrleute wollte Schulz aber auch deren Familien einbezogen wissen, die so manche Stunden auf ihre Angehörigen verzichten müssten, wenn sich diese entweder in einem mitunter nicht ungefährlichen Einsatz befänden um anderen, wohlgemerkt freiwillig und unentgeltlich, zur Hilfe zu eilen.

"Wie oft mag da so mancher Ausflug, Besuch oder Unternehmung mit dem Kind ins Wasser gefallen sein, wenn der Melder ging und zum Einsatz gerufen wurde", so Schulz weiter. Für 90 Jahre ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bürgerschaft gratulierte zudem Kreisbrandbrandmeister Rainer Gilles dem Löschzug Kalkar.

Menschenrettung aus einem PKW oder vom Dach des Rathauses mittels Drehleiter sowie einen Löschangriff unter Beteiligung der neuen Fahrzeuge, nur ein Teil des bunten Programms auf dem Kalkarer Marktplatz, auf dem auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. Toll die Idee, den Erlös des Erbsensuppenverkaufes aus der Feldküche der Jugendfeuerwehr zu spenden. Schließlich gehören sie zu den Ehrenamtlern von morgen, die sich dann gleichfalls freiwillig um das Wohl des Nächsten in dessen Not kümmern.

Quelle: RP
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