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Bedburg-Hau-Louisendorf
Louisendorf: Feier-Verbot in Alter Schule

Bedburg-Hau-Louisendorf: Louisendorf: Feier-Verbot in Alter Schule
Die Alte Schule in Louisendorf ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Veranstaltungen dürfen nur stattfinden, wenn die Gemeinde sie genehmigt. Und dafür liegen die Hürden hoch, nachdem sich Dorfbewohner über Lärm beschwert haben. FOTO: van Offern
Bedburg-Hau-Louisendorf. Dorfbewohner haben sich bei der Gemeinde Bedburg-Hau beschwert, dass in der Alten Schule zu laut gefeiert wird. Die beschloss, dass die Einrichtung zunächst geschlossen bleibt. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf einem Treffen. Von Marc Cattelaens

Noch vor drei Jahren wurde Louisendorf mit der Silbernen Plakette beim Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet. Das geht gemeinhin nur, wenn alle Bewohner an einem Strang ziehen, sich gemeinsam für den Ort stark machen. Jetzt hat die heile Welt in dem 550-Einwohner-Dorf Risse bekommen. Eine Klage wegen Lärmbelästigung bringt Anwohner gegeneinander auf.

Stein des Anstoßes ist die Alte Schule. Sie wird seit Jahrzehnten vom Bürgerschützenverein Louisendorf genutzt, der sie von der Gemeinde Bedburg-Hau gepachtet hat. Sie ist das Vereinsheim im Ort, Treffpunkt und Stätte vieler Veranstaltungen. Dort hat die Landjungend im Landjugendkeller eine Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen. Die Feuerwehr ist regelmäßig dort, die Landfrauen nutzen die Alte Schule, Karnevalsveranstaltung finden hier statt. Die Räume können für Feiern aller Art gemietet werden, von Dorfbewohner, aber auch von Fremden. Man kann sagen, die Alte Schule ist ein Mittelpunkt im Dorfleben. Jetzt wurde sie auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Dorfbewohner konnten eine einstweilige Verfügung erwirken. Sie fühlten sich durch lärmende Besucher in der Alten Schule belästigt. Im Kern soll es um eine Autotür gehen, die zu nachtschlafender Zeit viel zu laut ins Schloss fiel. Nachdem der entsprechende Beschwerdebrief die Verwaltung erreicht hatte, untersagte Bürgermeister Peter Driessen jegliche weitere Nutzung der Alten Schule. Jede Veranstaltung muss beantragt werden. "Die Gesundheit der Anwohner ist ein hohes Gut", begründet Driessen auf Anfrage unserer Redaktion seine Entscheidung.

Christine Ostermann wohnt einige Hundert Meter von der Alten Schule entfernt. Außerdem ist sie Kassiererin bei den Bürgerschützen. Sie kann die Entscheidung des Bürgermeisters nicht nachvollziehen. "Es wird damit nicht nur den Vereinen eine Möglichkeit genommen, sondern auch der Jugend. Die, die man ganz besonders im Dorf halten und unterstützen möchte", sagt Ostermann. Sie gibt zwar zu, dass es mitunter bei Feierlichkeiten in der Alten Schule laut wird. Aber sie betont: "Das hat jahrelang niemanden interessiert, und nun auf einmal stört man sich an der Lärmbelästigung." Die Louisendorferin fragt sich: "Wohin soll dies führen?" Sie findet: "Es ist traurig und bedauerlich, dass einige Dorfbewohner es schaffen, die eigene Infrastruktur so zu Fall bringen."

Edeltrud Mohn wohnt direkt neben der Alten Schule. "Seit meiner Kindheit sind die Kinder hier im Landjugendkeller zusammengekommen. Seit mehr als 50 Jahren ist die Alte Schule Bestandteil des gemeinsamen Dorflebens", sagt Mohn. Sie habe nie ein Problem mit Lärm aus der Alten Schule gehabt. Mohn hat auch einen Lösungsvorschlag: "Vielleicht sollte man die Alte Schule nicht mehr an Auswärtige vermieten." Wie auch immer. "Es muss eine Einigung geben", findet Edeltrud Mohn.

Eine Übereinkunft könnte vielleicht schon am 11. Juli erzielt werden. Dann hat die Gemeindeverwaltung ein gemeinsames Treffen mit Nachbarn und Schützenverein anberaumt. Darauf ruhen jetzt alle Hoffnungen.

Quelle: RP
 
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