| 00.00 Uhr

Kalkar
Märchen von der Nikolaus-Hauptschule

Kalkar: Märchen von der Nikolaus-Hauptschule
Zahlreiche Besucher verfolgten die "Abschiedsfeier" für den Schulleiter und die Entlass-Schüler. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Rührende Feier zum Abschied von Schulleiter Norbert Heidemann. Nun leitet er noch sechs Monate die Emmericher Hauptschule. 24 Schüler und Schülerinnen bekamen in Kalkar ihr Abschlusszeugnis ausgehändigt. Von Monika Hartjes

In seiner "letzten Rede in Amt und Würden" hat der scheidende Schulleiter Norbert Heidemann das "Märchen von der Nikolaus-Hauptschule" erzählt, die 1973 ein neues Gebäude hinter der Mühle bekam. Die Entwicklungen brachten es mit sich, "dass an der Schulform 'Hauptschule' der Zahn der Zeit nagte". "Heute endet die Geschichte, aber eines Tages wird man sagen: Es war einmal eine Hauptschule in Kalkar, und das war gut so." Symbolisch übergab Heidemann Bürgermeister Fonck den Schlüssel der Schule. "Halten Sie ihn in Ehren, wer weiß, ob man ihn nicht eines Tages wieder braucht."

Am Freitag fand die Entlassfeier der 24 Hauptschüler statt und damit der letzte Tag der St.-Nikolaus- Hauptschule. Viel Applaus bekam die Entlassschülerin Linda Lützen für ihren Song "Goodbye Hauptschool, I miss you", den sie vortrug. "Heute ist ein historischer und ein trauriger Tag an unserer Schule, es findet die allerletzte Abschlussfeier statt", sagte Lehrerin Anne Spelmans, die durch das Programm führte. Die Schulband des Jan-Joest-Gymnasiums und die Theatergruppe der Realschule sorgten für Unterhaltung. Spelmans begrüßte "eine Person, die bei uns die Schule besucht hat und Karriere gemacht hat: Gerhard Fonck." "Man kann auch mit einem Hauptschulabschluss Bürgermeister werden."

Fonck gratulierte den Entlassschülern: "Sie haben einen Teilabschnitt Ihres Lebensweges bewältigt. Sie müssen jetzt Ihren Weg selbstständig gehen. Ich wünsche Ihnen Menschen an Ihrer Seite, die Sie dabei unterstützen." Die St.-Nikolaus-Schule habe sich ihren Aufgaben immer mit Erfolg gestellt. Die Gewissheit zu haben, dass diese Schulzeit am 31. Juli endet, stimme ihn traurig. Mit der Stadt Rees habe man die Vereinbarung, dass die Schüler der Klassen 7 bis 9 die dortige Rheinschule besuchen können. "Behalten Sie die St. -Nikolaus-Hauptschule in guter Erinnerung. Sie hat es verdient", so Fonck.

Nicht alle seien glücklich, dass man der Nikolausschule lebewohl sagen müsse. Aber am heutigen Tag stehe die Entlassfeier im Mittelpunkt. "Ihr habt Euch alle toll entwickelt", lobte Elternvertreter Bernd Lemmen. Schülersprecher Sebastian Nitsch sprach über das Motto "Das Beste kommt zum Schluss!" "Manche hatten die Schule so gerne, dass sie sogar sieben oder acht Jahre blieben", meinte er und bedankte sich bei Rektor Heidemann, "der immer gute Laune hatte."

Eigentlich spiele er lieber Tennis, fahre Ski oder Rad oder koche, statt Reden zu halten, kündigte Anne Spelmans ihren Kollegen an. "Aus der heilen Welt von Schule und Familie geht Ihr jetzt hinaus in die vermeintlich freiere Berufswelt", sagte Heidemann. Sechs Jahre "mit viel Hausmannskost" hätten die Schüler hinter sich, jetzt bekommen sie ihren Nachtisch mit Sahne, das Zeugnis. Jeder hat einen Abschluss erreicht, freute sich Heidemann, dem der Abschied sehr nahe ging. Seit 1978 war er an der Schule tätig, seit 2004 Schulleiter. In den Ruhestand geht der engagierte Lehrer erst in einem halben Jahr. Für die Zwischenzeit wird er die Leitung der Europa-Hauptschule in Emmerich übernehmen. "Am Emmericher Gymnasium habe ich mein Abitur gemacht, da schließt sich der Kreis", sagte Heidemann.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kalkar: Märchen von der Nikolaus-Hauptschule


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.