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Niederrhein
Maria Küsters erhält das Verdienstkreuz

Niederrhein. Die 80-jährige Gründerin und "Grande Dame" der ambulanten Sterbehilfe wird am Welthospiztag ausgezeichnet. Ausstellung über Umgang mit dem Sterben im Rathaus. Von Rita Hansen

"Abends einschlafen und morgens tot aufwachen", wünschte sich einer der Menschen, die von den Ehrenamtlichen im Ambulanten Hospizdienst der Malteser am Niederrhein Goch-Uedem / Xanten-Sonsbeck betreut werden. Es ist einer der Momente, die besonders in Erinnerung blieben. "Bei den Nachbarn bin ich weich gefallen" ist eine weitere Aussage, die Hospiz-Koordinatorin Martina Zimmer spontan einfällt, wenn sie an die "25 Hospizmomente" denkt. So wurde die Ausstellung überschrieben, die Mitte Oktober im Foyer des Sonsbecker Rathauses gezeigt wird.

Die Terminwahl ist kein Zufall. Denn Samstag, 14. Oktober, ist der Welthospiztag. Zudem erhält an diesem Tag Maria Küsters das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement beim Aufbau des Ambulanten Hospizdienstes.

Vor zehn Jahren begann sie aus dem heimischen Wohnzimmer heraus, den Dienst aufzubauen. "Sie erkannte mit einigen Freundinnen den Bedarf und entwickelte aus der Idee, helfen zu wollen, den Ambulanten Hospizdienst der Malteser am Niederrhein", berichtet Martina Zimmer. Noch heute kümmert sich die inzwischen 80-Jährige um die Betreuung von Kranken und Sterbenden sowie deren Familien. Sie hat die Ausbildung der Ehrenamtlichen und deren Fortbildung im Blick, sammelt Spenden. "Sie ist unsere Grande Dame", erklärt Martina Zimmer.

Viele Momente des Innehaltens, des Staunens, Trauerns aber auch des Lachens hat es in diesen zehn Jahren gegeben. Immer wieder bekommen die rund 66 Ehrenamtlichen zu hören, wie sie denn diesen Dienst leisten könnten. "Das Thema Sterben wird tabuisiert. Wir möchten mit dieser Ausstellung auch zeigen, dass Sterben zwar traurig ist, aber die Beziehungen bleiben. Der Tote ist für uns nicht verloren", erläutert die Sonsbeckerin.

Es sind 25 Momente, die freigegeben wurden und somit nicht unter die Schweigepflicht fallen. Momente, die zeigen, dass die Hospizarbeit so viel mehr ist "als nur das Schwere und Traurige in unseren Köpfen. Es gibt auch bunte, helle Momente. Augenblicke des Lachens und der Hoffnung auf das Danach, für die Sterbenden wie auch für die Angehörigen. So wie in dem festgehaltenen Moment des Mannes, der sich nach dem Tod seiner Frau bei aller Trauer von den Nachbarn gut aufgefangen wusste", erzählt die Hospiz-Koordinatorin .

Quelle: RP
 
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