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Kleve-Rindern
Mars-Camulus-Stein hautnah im Museum

Kleve-Rindern. Für die Ausstellung des Ruhr-Museums wurde ein Abguss des berühmten römischen Steins angefertigt. Die Replik kommt jetzt als Dauerleihgabe an das Museum Arenacum in Rindern. Von Matthias Grass

Der ein Kubikmeter große Block aus Dolomit-Gestein mit fein gemeißelter Inschrift, je einem Lorbeerbaum auf den Seiten und einem Kranz auf der Rückseite beherrscht den Raum gleich hinter dem Eingang des Museums Arenacum in Rindern. Der Mars-Camulus-Stein, zur Zeit Neros entstanden und als Dank der Bürger von Reims geschaffen, führt ab jetzt hautnah an die Geschichte des Klever Ortsteils heran. Der Besucher sieht die Vertiefung, wo einst Neros Name stand und später Tiberius eingefügt wurde, sieht die Ecken und Brüche der Jahrhunderte, die Schattierungen des Steins. So nah kommt man an das Original, das seit 1967 in der Rinderner Kirche steht, nicht heran.

Doch so massiv, wie es scheint, ist das gute Ausstellungsstück nicht: "Der wiegt nur 35 Kilogramm", sagt Josef Gietemann. Es ist eine Replik und sieht nur aus, wie Dolomit. Gietemann und Roland Verheyen vom Rinderner Heimatverein sind stolz auf die Replik, die das Ruhr-Museum anfertigen ließ und die so mächtig mitten in ihrem kleinen Museum steht.

175 Jahre war der Stein in der Klever Schwanenburg Zuhause: 1793 hatte der damalige Rinderner Pfarrer Müller den Stein nach Kleve gegeben, nicht ohne sich zuvor eine Eigentumsbescheinigung darüber ausstellen zu lassen. Zunächst stand der tonnenschwere Block mitten im Antiquitätensaal der Burg. Rindern hatte das Glück, das der Stein nicht wie die anderen Antiquitäten, so wie Fürst von Hardenberg verordnet hatte, ins Bonner Museum kam, sondern auf der Burg blieb. Der einst heidnische Weihaltar war im Mittelalter aus Xanten nach Rindern gebracht worden und diente hier als Stütze für den Hochaltar. Heute ist er der Altar.

Für die Ausstellung des Ruhrmuseums auf der Zeche Zollverein "Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr", die über Umbrüche und Veränderungen, über die dunklen Jahren an Rhein und Ruhr berichtete, brauchten die Ausstellungsmacher dieses wichtige Zeugnis. Vom Original wurde ein Abguss gemacht. "Propst Johannes Mecking hat uns dann darauf aufmerksam gemacht, dass wir diese Replik haben könnten", sagt Gietemann. Das elektrisierte die beiden Macher des ehrenamtlich geführten Museums mit seinen vielen historischen Schätzen. Denn der Mars-Camulus wäre so etwas wie ein Schlussstein in dem geschichtlichen Gewölbe des kleinen Hauses. Also nahmen sie Kontakt mit dem großen Ruhrmuseum auf - und bekamen den Stein geliefert. "Wir haben einen Vertrag über die Replik als Dauerleihgabe", sagt Verheyen, der mit Dr. Patrick Jung vom Ruhr Museum verhandelte. Unterstützt wurde das Team auch vom Konservator des bischöflichen Generalvikariats Münster, Reinhard Karrenbrock und nicht zuletzt von der Rinderner Kirchengemeinde.

Museum Arenacum, ab jetzt mit Mars-Camulus-Stein. Öffnungszeiten: sonntags 14 - 17 Uhr und nach Vereinbarung. Hohe Str. 116. Im Dorfzentrum, an der Johanna-Sebus-Grundschule. Tel: 0 28 21 33 70 oder 0 28 21 18 315.

Quelle: RP
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