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Kleve
Maschinenhersteller MSK baut in den USA

Kleve. Der Auftragseingang konnte im ablaufenden Jahr um 30 Prozent gesteigert werden. Der Verpackungsgeräteproduzent will auch den Standort Kleve ausgebauen. Die Auftragserwartungen für das kommende Jahr sind hoch. Von Marc Cattelaens

2015 war für MSK ein sehr erfolgreiches Jahr. Der international tätige Verpackungsmaschinenhersteller mit Stammsitz in Kleve hat seinen Auftragseingang um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. "Wir starten in das Jahr 2016 auf Basis eines sicheren Auftragsbestands und guter Auftragserwartungen", sagt MSK-Geschäftsführer Reiner Hannen.

Das Mutterhaus in der Schwanenstadt wurde 1975 gegründet. Im Laufe von vier Jahrzehnten wuchs MSK zu einem international gefragten Spezialisten für Palettiersysteme, Verpackungsanlagen und Fördersysteme für Paletten und Großgebinde sowie integrierter Steuerungssoftware heran. Heute zählen die Branchen Glas, Getränke, Hausgeräte, Papier und Baustoffe zu den von MSK betreuten Industrien. Produktionsstandorte beziehungsweise Niederlassungen befinden sich neben Kleve auch in Ungarn, Frankreich, in den USA und in China.

Nach schwierigen Zeiten während der Weltwirtschaftskrise 2008 baut das Unternehmen seine Kapazitäten jährlich aus. Als Teil eines mehrjährigen Investitionsplanes erreicht die MSK Covertech-Group seit 2013 eine jährliche Produktionssteigerung von 15 Prozent. Das schlägt sich auch in der Zahl der Mitarbeiter wieder, die in Kleve auf 110 ausgebaut wurde und weltweit bei rund 500 liegt. MSK erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von 90 Millionen Euro. "Wir haben Kapazitäten für einen weiteren Umsatzanstieg, der auch fest eingeplant ist", sagt Firmengründer Hannen.

Auf dem amerikanischen Markt läuft es für MSK derzeit besonders gut. Dort hat der Verpackungsmaschinenhersteller sein Auftragsvolumen innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. MSK baut dort derzeit in Marietta/GA nahe Atlanta ein neues Firmengebäude mit einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern. Im Produktionswerk Ungarn wurde die Fläche mit dem Bau neuer Hallen bereits auf 15.000 Quadratmeter ausgeweitet und die Produktion mit der Anschaffung neuer Maschinen modernisiert. So mancher Kunde stellt MSK vor Herausforderungen. So sollten die Firma für einen Auftraggeber in Mexiko eine Anlage aufbauen, ohne dass dieser geeignetes Werkzeug zur Verfügung stellte. "Unseren Arbeitern wurden ausschließlich unausgebildete Montagetrupps zur Seite gestellt. Sie mussten bei einer Temperatur von 55 Grad Celsius arbeiten; ein Mitarbeiter ist sogar kollabiert", berichtet Hannen. Und es war auch keine Selbstverständlichkeit, dass die von MSK gefertigten Maschinen überhaupt auf der mexikanischen Baustelle ankamen. "Die lagen wochenlang beim Zoll", sagt der Ingenieur.

Am Standort Kleve fühlen sich Reiner Hannen, seine Frau Christina, ebenfalls Geschäftsführerin, und Tochter Linda, seit drei Jahren in der Geschäftsführung, sich mit ihrer Firma nach wie vor sehr wohl. Dafür sorgt nicht zuletzt die Industriestraße, die eine schnelle Verbindung zur Autobahn 3 schafft. "Deren Bau war für uns eine große Erleichterung", erzählt Hannen. Außerdem komme dem Unternehmen die Nähe zum Flughafen Weeze zu Gute. Dort stehen zwei "Turboprop"-Flugzeuge, mit denen regelmäßig Kunden aus aller Welt eingeflogen werden, die im Klever Werk Maschinen begutachten und sich beraten lassen. Übrigens sind Reiner, Christina und Linda Hannen selbst Piloten und mit MSK-Flugzeugen unterwegs. Nicht zuletzt profitiere MSK von der Hochschule Rhein-Waal, die dem Unternehmen Praktikanten sowie Master- und Bacheloranden als Mitarbeiter liefere, so der Geschäftsführer.

All dies sind Gründe für die Geschäftsführung, weiter in das Klever Werk zu investieren. So werden dort Büros und Produktionshallen modernisiert. "Durch unserer neues Großraumkonzept in Büros und in technischen Abteilungen haben wir ein Drittel mehr Platz gewonnen", berichtet Hannen. Nicht zuletzt betreffen die Neuerungen das betriebseigene Restaurant, das erweitert wurde. "Hier werden unseren Mitarbeitern und Kunden jeden Tag selbstgekochte, gesunde Gerichte serviert", sagt Reiner Hannen. Auch das gehört zum Erfolgsrezept.

Quelle: RP
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