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Kranenburg
Mehr Begegnung im Ortskern

Kranenburg: Mehr Begegnung im Ortskern
Diese Einfahrt von der Nimweger- und Tiggelstraße in die Große Straße wird für den Autoverkehr gesperrt. FOTO: K. stade
Kranenburg. Die Lösung für die Verkehrsregelung auf der Großen Straße in Kranenburg ist gefunden. Der Rat entschied sich für eine "Unechte Einbahnstraße". Kosten für Asylbewerber steigen 2015 um 250 000 Euro. DM-Markt wird erweitert. Von Peter Janssen

Wenn die Redensart "Was lange währt, wird endlich gut" stimmt, dann ist die Lösung, die jetzt für die Verkehrsregelung im Kranenburger Ortskern gefunden wurde, eine besonders gelungene. Denn hier wurde über Jahrzehnte diskutiert. Ziel der Überlegungen war es, den Verkehr auf der Großen Straße zu reduzieren und diese als Durchfahrtsstraße unattraktiver zu machen. Die Aufenthaltsqualität soll gesteigert werden. Während die Begegnung von Bürgern in einem angenehmen Umfeld gefördert wird, soll die von Fahrzeugen dazu führen, dass diese den Ortskern meiden. Die auch diskutierte Variante, aus der Großen Straße eine Spielstraße zu machen, ist aufgrund von gesetzlichen Vorgaben nicht möglich. Warum in dem erstellten Gutachten diese Maßnahme überhaupt untersucht wurde, konnte auf der Ratssitzung nicht beantwortet werden.

Bürgermeister Günter Steins appellierte an die Politik, zu einer Entscheidung zu kommen. "Wir brauchen Planungssicherheit. Auch hinsichtlich der finanziellen Situation", sagte Steins. Die Planungssicherheit bekam er. So einigte sich eine große Mehrheit auf einen Kompromiss-Vorschlag der SPD-Fraktion, den CDU und FDP unterstützen. CDU-Fraktionschef Joachim Janßen erklärte, dass der Vorschlag der SPD für seine Partei eine tragbare Lösung sei. "Wir wollen eine Entscheidung, da gilt es Kompromisse zu machen." Jürgen Franken (SPD) betonte, dass es keine Ideallösung gebe, doch sei diese Variante der größte gemeinsame Nenner. Bis die Erweiterung der Einkaufsarena am Großen Haag fertiggestellt ist, dann will man die damit verbundene neue Verkehrssituation nochmals bewerten, werden jetzt folgende Maßnahmen umgesetzt:

1. Das Einfahren von der Nimweger Straße und der Tiggelstraße in die Große Straße wird mit baulichen Maßnahmen unterbunden. Die Einfahrt ist nur für den aus Kleve (Klever Straße) kommenden Verkehr erlaubt oder über die Seitenstraßen. Die Ausfahrt von der Großen Straße auf Tiggel- oder Nimweger Straße ist möglich.

2. Für den Busverkehr gilt dieselbe Regelung wie für den Pkw-Verkehr. Eventuell soll eine Bushaltestelle an der Tiggelstraße eingerichtet werden.

3. Ausweichmanöver von Fahrzeugen auf die Seitenstreifen sollen durch bauliche Maßnahmen verhindert werden (Ladezonen, bessere Kennzeichnungen der Parkbereiche, Abgrenzungen durch Begrenzungspfähle). Das Tempolimit bleibt bei 20 Stundenkilometern.

4. Fahrradfahrer können die Straße wie bisher in beiden Richtungen befahren.

Für größere Probleme könnte die Regelung allerdings auf den Nebenstraßen sorgen. So soll das Verkehrsaufkommen etwa auf der Willemsestraße auf täglich rund 1000 Fahrzeuge steigen. Auf dem Elsendeich wird mit 600 Fahrzeugen gerechnet. Zwischen 1800 und 2800 Fahrzeuge weniger würden nach Umsetzung der Maßnahme auf der Großen Straße täglich unterwegs sein.

Weitere Themen die auf der Ratssitzung behandelt wurden:

Situation Asylbewerber: Der Gemeinde Kranenburg wurden bislang 116 Asylbewerber aus 24 Nationen zugewiesen (Stand 31. August 2015). Die im Haushalt 2015 veranschlagten Kosten von 406 000 Euro für die Unterbringung und Versorgung müssen deutlich nach oben korrigiert werden. Bei vorsichtiger Schätzung der Verwaltung werden bis Jahresende zusätzlich 250 000 Euro benötigt. Der Rat stimmte den überplanmäßigen Ausgaben zu.

Erweiterung dm-Markt: Der Drogeriemarkt im Einkaufszentrum am Großen Haag wird wachsen. Um fünf Meter soll die Verkaufsfläche erweitert werden. Durch die Vergrößerung würde sich die Verkaufsfläche der Filiale von derzeit etwa 670 Quadratmeter um rund 92 Quadratmeter erhöhen sowie ein zusätzlicher Lagerbereich von 18 Quadratmeter entstehen. Durch die Erweiterung werden an der Südseite des bestehenden Gebäudes acht Stellplätze verloren gehen.

Quelle: RP
 
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