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Kalkar
Mehr und günstigeres Licht fürs Museum

Kalkar: Mehr und günstigeres Licht fürs Museum
Bürgermeisterin Britta Schulz mit Harald Münzner und Gudrun Sieckmann mit Innogy-Vertretern. FOTO: Settnik
Kalkar. Für rund 30000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, hat das städtische Museum eine neue Innenbeleuchtung bekommen. Rund 320 neue Leuchten wurden im Zuge der LED-Umrüstung eingebaut, nicht alle sind "Strahler". Von Anja Settnik

Kunst ins rechte Licht zu setzen, damit sie adäquat wahrgenommen werden kann, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Bloß: Ein zeitgemäßes professionelles Lichtmanagement ist teuer. Ein Konzept entwickeln, Planen, die Anschaffung - all dies hat die Stadt Kalkar angesichts ihrer Finanzsituation viele Jahre lang aufgeschoben. Dank eines Pachtmodells, das sie mit ihrem Energieversorger abgeschlossen hat, stellt sich die Sache nun aber anders dar: Für rund 30000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, hat das städtische Museum eine neue Innenbeleuchtung bekommen. Die LED-Leuchten gehen am Ende der Pachtzeit ins Eigentum der Stadt über, die Wartung der Beleuchtungsanlage übernimmt Innogy (früher RWE). Durch die neue Technik werden jährlich 16000 kWh Strom eingespart und die CO2-Emissionen um rund 4000 kg gesenkt. Für die Mitarbeiter und Besucher des Museums hat das einen weiteren willkommenen Nebeneffekt: "Es ist jetzt deutlich weniger warm im Haus. Die alten Lampen strahlten eine enorme Wärme aus", erzählt Museums-Mitarbeiterin Gudrun Sieckmann. Davon künden noch einige schwarz verfärbte Kunststoffteile an erhalten gebliebenen Leisten...

Harald Münzner, der Leiter des Kulturamts, hatte schon jahrelang über eine Möglichkeit nachgedacht, das Museum in neuem Licht erstrahlen zu lassen. Als aus RWE Innogy wurde und sich daraus ein neues Marketingverständnis entwickelte, ging man aufeinander zu. Kommunalbetreuer Dirk Krämer erklärt: "Beim Klimaschutz und der effizienten Nutzung von Energie spielen die Kommunen eine wichtige Rolle. Ich freue mich, dass wir hier im Museum die LED-Beleuchtung umrüsten konnten." Beim ersten Besuch in Kalkars Haus der Kunst habe er festgestellt, dass die bisherige Beleuchtung tatsächlich "ins Museum gehöre". In den 70-er Jahren wurde das System installiert, seitdem tat sich nicht mehr viel. Im laufenden Betrieb wurde das System in den vergangenen Wochen ausgetauscht. Der Besucher wird das eventuell gar nicht bemerken, denn die Leuchten selbst fallen ja nicht auf - nur ihre Wirkung", stellt Münzner fest.

Die Betonwaben unter den Decken der großen Ausstellungsräume blieben erhalten, es muss aber nicht mehr in jeder eine Leuchte stecken. Zwar sind überall Fassungen vorhanden, die kann man aber je nach Bedarf mit Leuchtmitteln versehen oder eben nicht. Im Normallfall genügt es, etwa jede zweite Wabe zu nutzen. Je nach Art und Hängung der Bilder lässt sich das aber ständig variieren.

Rund 320 neue Leuchten wurden eingebaut, nicht alle sind "Strahler", es gibt auch Lichtbänder und im Obergeschoss Leucht-Panels, eine Art Deckenlampe mit Milchglasscheibe, die ein warmes, flächiges Licht erzeugen. Mit besserem Licht 70 Prozent des bisher verbrauchten Stroms einzusparen - das gefällt auch Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz gut. Ganz neue Eindrücke ergäben sich da, stellte sie fest. Insbesondere das kleine Räumchen, das kunstvolle Ledertapeten zeigt, gewinnt enorm. "Bitte Lichtschalter bedienen" steht auf einem Schildchen; mehr Licht als nötig soll ja nicht auf die empfindlichen Wandbehänge fallen. Aber auch die Exponate der Stadtgeschichte und natürlich die Gemälde von Hermann Teuber, Heinrich Nauen oder Max Clarenbach haben verdient, in ihrer ganzen Schönheit erkannt zu werden.

Die Individualität der Räume zu erhalten sei dabei Auftrag gewesen, sagen die Innogy-Vertreter. Nicht die schicken Leuchten, sondern die Kunst sollte künftig besser ins Auge fallen. Insbesondere in den kleinen Räumen der oberen Stockwerke des Ensembles, das zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert erbaut wurde, gibt es jede Menge "eigenen Charakter", der Ausstellungsmachern eine Menge Kreativität abverlangt.

Quelle: RP
 
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