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Kleve
Merkur bewegt sich

Kleve. Der VfL Merkur Kleve soll umziehen. Die Stadt hat dafür ein Grundstück neben dem Gustav-Hoffmann-Stadion vorgesehen. Nachdem Monate nichts passierte, ist jetzt Bewegung in das Thema gekommen. Von Peter Janssen

Wolfgang Graß ist Vorsitzender des VfL Merkur Kleve. 1100 Mitglieder, davon 600 Kinder und Jugendliche, gehören dem Verein an. 56 Übungsleiter geben 4500 Sportstunden im Jahr. Die Heimat des Klubs liegt in der Klever Unterstadt. An der Flutstraße gibt es eine 335 Meter Rundlaufbahn, Belag Asche, und eine Turnhalle, die gute Chancen hat, auch in Kirgisien in die Kategorie "sanierungsbedürftig" eingestuft zu werden. Da die Kosten für die Instandsetzung der Sporthalle, die nach wie vor den Charme der 50er-Jahre besitzt, etwa 100 000 Euro betragen würden und die Stadt Kleve ohnehin gerade dabei ist, ihre Sportstätten zu konzentrieren, war der Gedanke, den Verein umzusiedeln, nicht mehr weit. Seit 2008 wird an diesem Vorhaben jetzt geplant. Diskutiert wird derzeit der Umzug des VfL auf ein Gelände neben dem Gustav-Hoffmann-Stadion.

Wohnungen auf Merkur-Platz

Das Grundstück des VfL Merkur Kleve ist zudem offenbar ein recht begehrtes. So hat es bereits erste Anfragen von Bauunternehmen gegeben, die dort Wohnungen errichten wollen. Vor allem die in Schlagweite errichtete Fachhochschule weckt da Begehrlichkeiten.

In den vergangenen Monaten hatte jedoch der Austausch zwischen Verein und der Stadt nicht das von Graß gewünschte Tempo erreicht. Monatelang hatte der Vorsitzende nichts mehr von der Kommune gehört. Jetzt ist wieder Bewegung in das Vorhaben gekommen. Graß hatte der Stadt mitgeteilt, dass der VfL Merkur sich bei einem Umzug, was Platzanlage und Gebäude betrifft, keinesfalls verschlechtern wolle. Die jüngsten Vorschläge der Stadt lauten: neue Turnhalle in der Größe 15 x 27 Meter und ein 50 Quadratmeter großer Kraftraum. Das Platzhaus müsse der VfL Merkur in Eigenleistung stemmen, lauten die ersten Vorschläge. "Darauf können wir zumindest aufbauen", sagt Wolfgang Graß. Dennoch versucht er die Größen der Turnhalle noch zu verändern: "Wenn man da auf die Maße der Halle in Rindern kommen könnte mit 18 x 36 Metern, hätten wir mehr Möglichkeiten, dort in zwei Gruppen zu trainieren." Der VfL-Vorsitzende weist darauf hin, dass die Mitgliederzahl des Vereins auch durch den Zuzug von Studenten weiter steigen wird. Anfragen liegen bereits vor. Der Beitrag für Studenten wurde bereits vorausschauend auf monatlich 4,50 Euro reduziert.

Aktuell überhaupt kein Thema ist bei der Stadt die Umwandlung der Aschenbahn des Hoffmann-Stadions in eine Tartanbahn. Dies sei erst mittel- bis langfristig zu realisieren, bekam Graß von der Verwaltung zu hören. Für die Leichtathleten des VfL völlig unbefriedigend. "Die werden weiterhin in Goch auf Tartan trainieren. Ich werde das Gefühl nicht los, dass selbst Nütterden eher eine Kunststoffbahn bekommt als die Kreisstadt", sagt Graß.

Für Licht im Stadion wird die Stadt bereits in diesem Jahr sorgen. 100 000 Euro sind dafür veranschlagt. Bei dieser Investition zuckt Graß nur mit den Schultern, getreu dem Motto: Kann nicht schaden.

Auch die Errichtung des Platzhauses in Eigenregie ist für den VfL Vorsitzenden kein K.o.-Kriterium: "Immerhin besitzt unser Heim an der Flutstraße auch einen Wert, der um die 200 000 Euro liegt. Wenn wir zusätzlich in Eigenleistung einiges machen, ist das realisierbar." Und bei 1100 Mitgliedern sollte es an willigen Helfern nicht mangeln.

Quelle: RP
 
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