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Kleve
Messebau aus Kleve mit Tochter in Peking

Kleve: Messebau aus Kleve mit Tochter in Peking
Dominik Winkels, Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing, Benedikt Winkels, Vertriebsleiter Peter Vos und Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers (v.r.n.l.). FOTO: Stade Klaus-Dieter
Kleve. Die Sommertour der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve machte Station bei Winkels Messe- und Ausstellungsbau. Von Matthias Grass

Für die Präsentation des neuen BMW-Flaggschiffs auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt baute die Winkels Messe- und Ausstellungsbau GmbH einen regelrechten Tempel. Einen Tempel, dessen Säulen in der ersten Etage schwebten. Das große Auto sollte von allen Seiten umrundet werden können. Auf schräger Fläche stand das Fahrzeug. Es war ein beeindruckend großer Messestand, für den sogar ein Bauantrag bei der Frankfurter Behörde gestellt werden musste.

Der Entwurf sei zu groß, zu kompliziert, zu aufwendig gewesen, um als einfacher Stand durchzugehen, erklärt Benedikt Winkels. Fürs gleiche Fahrzeug bauten die Klever auch einen Pavillon, der vielleicht nicht mal zufällig an den berühmten Barcelona-Pavillon von Mies erinnert. "Wir mussten diesen Pavillon so bauen, dass er angenehmen Aufenthalt bei acht Grad und Nieselregen in Berlin oder bei brennender Sonne und 40 Grad in Abu Dhabi garantiert. Da war es nicht einfach, die richtigen Materialien zu finden", sagt Winkels. Denn dieser Stand soll innerhalb kurzer Zeit in jeder Stadt aufgebaut werden können.

"Und doch", stapelt der Geschäftsführer von Winkels Messe- und Ausstellungsbau tief, "sind wir im Grunde eine große Tischlerei, die Messebau macht". Tatsächlich wurde das Unternehmen 1962 als Tischlerei gegründet - und die erste Kreissäge des Gründervaters hängt wie eine Kunstinstallation an der Wand der Lager-Halle auf dem Werksgelände an der Boschstraße. Dort machte gestern die Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve den dritten Stopp ihrer Sommertour, bei dem Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers auch die Klever Bürgermeisterin Sonja Northing begrüßen konnte, die sich von der Arbeit und der Kreativität des auf Klever Boden beheimateten Unternehmens beeindruckt zeigte.

Es sind die Qualität, das in 55 Jahren Messebau gesammelte technische Wissen um den Aufbau, die Präzision, mit der man arbeitet, und nicht zuletzt das unbedingte Einhalten von Abgabeterminen, mit denen sich das Unternehmen am nationalen und am internationalen Markt behaupten kann. "Messen sind fest terminiert, da kann man nicht den Einzug verschieben oder mit halb fertigen Ständen arbeiten - das muss auf den Punkt fertig sein, immer perfekt aussehen und natürlich funktionieren", sagt Winkels-Vertriebsleiter Peter Vos. Außerdem präsentiere sich ein Unternehmen mit diesen Ständen, da werde von den Materialen und den Oberflächen absolute Qualität und Präsizion verlangt, so Vos. Und wenn der Vorstandsvorsitzende zwei Tage vor Messebeginn eine andere Oberfläche oder einen neuen Teppich möchte, bekomme er ihn. Winkels baut nach Plänen der Auftraggeber oder nach eigenen Entwürfen. So hat man jüngst für einen eigenen Messestand einen Preis bekommen. Das alles sind Pfunde, mit denen die Klever wuchern, sich am immer härter umkämpften Markt durchsetzen. In Europa, in den USA und in China, wo Winkels 2004 eine 100-prozentige Tochter gründete.

Rund die Hälfte der Aufträge geht ins Ausland oder kommt von ausländischen Firmen, sagt Benedikt Winkels. Wobei man aber in erster Linie die Dienstleistung exportiere: "Die meisten Dinge, die wir fertigen, kommen wieder zurück - sie müssen gelagert werden und werden teils bei einer nächsten Messe wiederverwandt oder für den nächsten Stand als Grundlage genutzt", sagt Vos. Dafür ist eine aufwenige Lagerhaltung nötig mit entsprechender Logistik nötig.

Stücke, die nicht mehr gebraucht werden, werden geschreddert und kommen in den Span-Turm, der das weit sichtbare Wahrzeichen der Firme von Beginn an ist: "Mit den Spänen, die dort abgesaugt aus der Schreinerei landen, heizen wir unseren Betrieb", sagt Dominik Winkels. Und ein nicht geringer Teil der Stromversorgung kommt von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern der großen Hallen, die jüngst dort aufgebaut wurden.

Quelle: RP
 
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