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Bedburg-Hau-Schneppenbaum
Mieter bei Großfeuer schwer verletzt

Scheunenbrand in Bedburg-Hau
Scheunenbrand in Bedburg-Hau FOTO: Guido Schulmann
Bedburg-Hau-Schneppenbaum. Eine Werkstatthalle in Schneppenbaum ist am Mittwoch in Brand geraten. Der Mieter wurde mit erheblichen Brandverletzungen in eine Klinik geflogen. Der Verdacht auf giftige Gase bewahrheitete sich nicht.  Von Anja Settnik

Stundenlanger Großeinsatz für die Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau: Mit vier Einheiten und insgesamt 50 Leuten waren die Wehrleute gestern Vormittag ausgerückt, um eine brennende Scheune in Schneppenbaum zu löschen. "Die Alarmierung erfolgte um 10.56 Uhr, und es wurde schnell klar, dass auch ein Mensch zu retten war: Der Mieter des Objekts wurde bei dem Brand schwer verletzt, erlitt Verbrennungen im Gesicht und am Bauch", berichtete Michael Hendricks, Pressesprecher der Feuerwehr Bedburg-Hau. Wegen der schweren Verbrennungen des Mannes wurde ein Hubschrauber angefordert, der den Verletzten in eine Spezialklinik flog.

Die "Scheune" an der Uedemer Straße entpuppte sich vor Ort als Werkstatt und Lagerhalle mit offenbar durchaus problematischen Materialien im Inneren. "Wegen der starken Rauchentwicklung haben die Kollegen den ,ABC-Erkunder' des Kreises Kleve angefordert", erklärte Hendriks. Das Fahrzeug, das bei der Feuerwehr Kalkar angesiedelt und mit Geräten ausgestattet ist, die Schadstoffe erkennen können, ist ein Baustein im Katastrophenschutz des Kreises. Ob Nachbarn durch die Emissionen eventuell gefährdet waren, stand zunächst nicht fest. "Das hängt zum einen von den brennenden oder schwelenden Stoffen ab, zum anderen von der Windrichtung", sagte Hendriks. Wenn zum Beispiel PVC, ein sehr gebräuchlicher Kunststoff, brennt, wird ätzende Salzsäure freigesetzt. Auch Dioxine können austreten. Schon geringe Mengen brennendes PVC reichen aus, um einen Raum sehr stark und dicht zu verqualmen. Was dann natürlich auch von den Wehrleuten besondere Vorsichtsmaßnahmen verlangt.

Gefährlich war der Einsatz aber auch durch in der Halle gelagerte Gas- und Acetylenflaschen. Einsatzleiter Stefan Veldmeijer sprach von gelegentlichem Knallen explodierender Gasflaschen. Ein drittes Problem, das den Einsatz sehr in die Länge zog: Die brennende Werkstatthalle steht ein ganzes Stück entfernt von der Straße, so dass die Feuerwehr das Gebäude nicht mit den Schläuchen erreichen konnte. Die Tanklöschfahrzeuge nahmen deshalb vom Hydranten an der Straße das Wasser auf und fuhren es zum Brandort. Auch die Stadtwerke Kleve waren vor Ort, um eine Versorgung mit Löschwasser zu ermöglichen.

Weitere Gebäude waren nicht gefährdet. Die nebenan lebenden Eigentümer der Halle wollten über die Nutzung der Werkstatt nichts sagen, weiter entfernt lebende oder tätige Anlieger bekamen von dem Brand nicht viel mit. Auch nicht von den Schadstoffmessungen, die zum Glück relativ schnell ein beruhigendes Ergebnis erbrachten: Nach Proben und Messungen sei eine Belastung der Umwelt oder die Gefährdung von Menschen und Tieren nicht zu befürchten, hieß es.

Die Löscharbeiten zogen sich bis zum Abend. Am Donnerstagmorgen musste die Feuerwehr erneut zu Nachlöscharbeiten ausrücken, nachdem Holzreste in Brand gerieten. Die Uedemer Straße blieb am Mittwochg stundenlang gesperrt. Nach Aussage der Polizei ist ein Schaden von etwa 100 000 Euro entstanden. Möglicherweise seien Schweißarbeiten ursächlich für das Unglück, denn der Verletzte sei mit Arbeiten an einem Fahrzeug befasst gewesen.

Quelle: RP
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