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Kleve
Missionare auf Zeit in Bolivien und Indien

Kleve: Missionare auf Zeit in Bolivien und Indien
Da geht es hin: Jeremias Naton (l.) reist nach Bolivien und sein Bruder Jakob nach Indien. FOTO: Seybert
Kleve. Jeremias und Jakob Naton, frischgebackene Abiturienten aus Geldern-Veert, haben sich aufgemacht zu einem Auslandsjahr der besonderen Art. Ziel: Diese Welt ein kleines bisschen besser machen. Von Sina Honnen

Für viele Abiturienten heißt es nach der Schulzeit erst einmal: Reisen, Abenteuer, raus aus dem Alltag. Das trifft zunächst einmal auch auf Jeremias und Jakob Naton zu, aber auf ganz spezielle Weise. Für die beiden geht es auf in eine ganz neue Welt - "Die Eine Welt".

Im Rahmen des Programms "Missionar auf Zeit" verbringt Jeremias, der ältere der Brüder, ein Jahr im südindischen Bengalore. Jakobs Weg führt ihn in einen ganz kleinen Ort in Bolivien, Südamerika. Entsendet wurden sie dorthin von den Hiltruper und den Steyler Missionsschwestern.

Sie gehen ganz bewusst in ein Entwicklungsland, erzählen die beiden noch vor ihrer Abreise. "Länder wie Australien, Neuseeland oder Amerika sind sicher spannend, aber da kommt man im Laufe seines beruflichen Lebens viel eher nochmal hin", erklärt Jeremias die Abgrenzung von den vermeintlich "typischen" Reisezielen, zu denen junge Weltenbummler sich aufmachen. Die beiden wollen neue Kulturen kennenlernen und "über den Tellerrand hinaussehen", so Jeremias weiter.

Trotzdem steht der soziale Aspekt natürlich im Vordergrund. Jakob lebt in einem bolivianischen Internat mitten in den Anden und arbeiten und kümmert sich während seines Aufenthalts um die Lernbegleitung und Freizeitgestaltung der Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren. Jeremias hilft HIV-positiven Kindern in einem so genannten "Care-House" zum Beispiel bei den Hausaufgaben.

Die Jungs blicken positiv in die nächste Zukunft, wäre da nicht das kleine Problem mit der Sprache. Denn Jeremias spricht natürlich ebenso wenig das indische "Kannada" wie Jakob das bolivische "Quechua". "Die Sprachbarriere ist bestimmt erst einmal ein Problem", so Jakob über seine Ängste. Aber die Selbsterfahrung, die sie sich erhoffen, ist die anfänglichen Schwierigkeiten wert, da ist er sich sicher.

"Missionar auf Zeit" zu sein, das bedeute keineswegs, religiöse Überzeugungsarbeit in einem fremden Land leisten zu wollen. Viel eher gehe es ums Eingliedern, Miterleben und Mitarbeiten - für sich selbst und für die, die Hilfe benötigen. Mit diesem Ziel machen sich Jakob und Jeremias auch im Namen ihrer Pfarrgemeinde St.-Martin-Veert auf den Weg, denn in ihr haben sie sehr viel Zuspruch für ihre Auslandspläne erfahren.

Dafür möchten sie sich bedanken, indem sie sich alle paar Wochen mit Erfahrungsberichten bei ihren Unterstützern melden - und natürlich bei ihrer Familie. Jeremias und Jakob haben nämlich noch zwei kleine Schwestern, die sie schon jetzt schrecklich vermissen. Schließlich hat die spannende Reise begonnen, und so schnell führt kein Weg mehr zurück.

Aber es führt ein Weg in "Die Eine Welt", zu deren Vielfalt einerseits und Problematik andererseits. Eine Hoffnung: Sich damit auseinanderzusetzen, könnte den Blick darauf verändern, was Reichtum wirklich bedeutet.

Quelle: RP
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