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Kleve
Mit grauen Gurten malen

Kleve: Mit grauen Gurten malen
Brigitte Dams in der Klever Ausstellung "Salon der Künstler", die noch bis Mai zu sehen ist. FOTO: G.Evers
Kleve. Der "Salon der Künstler" im Museum Kurhaus zeigt Arbeiten von jungen Künstlern wie die Entwicklung von arrivierten Brigitte Dams richtete einen Raum im Haus ein. Das Kurhaus plant eine Auflage. Von Matthias Grass

Mitten im Raum wie aufgeklappt ein großes Gitter. Es hält dem großen Saal stand, der zweigeschossig in die Höhe geht. Setzt ein Zeichen in den Raum, stört ihn. Es ist ein hölzerner Rahmen, der das graue Geflecht aus Gurtbändern trägt. Es sind stramm gezogene Bänder verschiedener Breiten, sie lassen den Blick hindurch, stellen sich aber in den Weg. Als habe jemand mit einem breiten Pinsel Linien in den Raum gemalt. An den Wänden hängen Bilder, auch sie minimalistisch grau. Von weitem scheinen die Flächen monochrome Malerei mit spannender Oberfläche. Geht man auf die grauen Flächen mit der interessanten Oberfläche zu, sieht man, dass die "Malerin" mit grauen Gurten gemalt hat. Jene Gurte, wie sie auch bei dem Gitter verspannt wurden. "Für uns war früh klar, dass Brigitte Dams diesen besonderen Raum für ihre Installation für den Salon der Künstler bekommt", sagt Susanne Figner, Kuratorin der Ausstellung und Mitglied in der Jury für den Salon. Die 51-Jährige mit Atelier in Düsseldorf gehört zu den etablierten Künstlerinnen, die es in den Salon schaffte.

Brigitte Dams ist Bildhauerin, ist auch Malerin. "In den Anfängen habe ich gemalt; auch heute arbeite ich immer noch wie eine Malerin: schichtend und überlagernd, verändernd. (...) Auch in meiner bildhauerischen Arbeit gehe ich so vor. Diese physische Präsenz muss körperlich erfahrbar sein, man muss darum herum gehen können, verschiedene Ansichten wahrnehmen", sagt Dams. Auch deshalb steht die "Falle", wie das Gitter titelt, mitten im Raum.

Schon früh begann Dams, mit Transparentpapier den Strich, die Linie von der Fläche zu lösen, den Strich wenigsten optisch greifbar zu machen. Später arbeitet sie mit Flechtwerken aus Fahrradschläuchen, aus Feuerwehrschläuchen, teils temporäre Arbeiten. Denn die Fahrradschläuche verlieren mit der Zeit an Spannkraft.

"Eine gewisse Vergänglichkeit ist eben auch Teil meines Werkes", sagt Dams. Sie lehnt auf der Balustrade des Doppelsaales in Kleve und blickt auf die Einrichtung im Klever Salon der Künstler herunter. Es ist ein Heimspiel für die arrivierte Künstlerin, die in Kleve aufwuchs, die schon im Haus Koekkoek ihre Arbeiten zeigte und vor allem im Museum Goch eine beachtenswerte Ausstellung hatte. Das Museum Kurhaus Kleve plant, mit ihr eine Auflage eines ihrer Werke herauszugeben, eine geflochtene Wandskulptur, in etwa DIN A 4 groß. Eigens für Kleve entworfen und in einer Auflage von fünf Stück.

Quelle: RP
 
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