| 00.00 Uhr

Kleve
Möbelhaus für die alte Margarine Union

Kleve: Möbelhaus für die alte Margarine Union
Blick in die ehemalige Fabrikationshalle. Die Betreiber des "China-Palast" an der Flutstraße haben Interesse bekundet, dort ein Restaurant einzurichten. FOTO: RP-Foto Evers
Kleve. Der Anfang gestaltete sich schwierig, jetzt soll mit neuem Investor und neuem Konzept Schwung in die Vermarktung des ehemaligen Fabrikgebäudes kommen. Verhandlungen mit einem bekannten Möbelhändler stehen vor dem Abschluss. Von Marc Cattelaens

Mit großen Plänen ist Stefan Hinsen aus Mühlheim in Kleve angetreten. Der Eigentümer der alten Margarine Union möchte das ehemalige Fabrikgebäude mit der unter Denkmalschutz stehenden Fassade einer neuen Nutzung zuführen. Insgesamt 20.000 Quadratmeter sollen Mieter finden, so der ursprüngliche Plan. Nach und nach soll ein Dienstleistungs- und Gastronomiezentrum entstehen. Doch bislang hat sich dort noch nichts getan, obwohl das Projekt seit Anfang 2016 in der Vermarktung ist. Jetzt gibt es ein neues Konzept, das Schwung in die Sache bringen soll.

"Die ersten Schritte sind uns doch schwerer gefallen als gedacht. Jetzt habe ich einen neuen Geschäftspartner, der ein hohes eigenes Interesse daran hat, dass wir schnell viele Flächen vermarkten", sagt Stefan Hinsen. Dabei handelt es sich um den Unternehmer Carlo Philippi aus Gelsenkirchen. "Er bringt die Leidenschaft für eine solche Immobilie mit, hat auch in Moers bereits ein denkmalgeschütztes Gebäude. Er möchte sich hier selbst verwirklichen", sagt Hinsen.

Für die Vermarktung ist nach wie vor das Immobilienbüro Flügen/Domjahn aus Kevelaer zuständig. Gemeinsam mit den Investoren hat Makler Ralf Flügen einen neuen Weg gefunden, die Flächen an den Mann zu bringen. "Man kann in der alten Margarine Union jetzt auch Eigentumsflächen erwerben", sagt Flügen. Er ist sich sicher, dass das die Vermarktung beschleunigen wird. "Wir haben eine enorm hohe Anzahl an Anfragen und Interessenten. Aber offenbar wollen viele Unternehmer nicht mieten, sondern kaufen", erläutert der Makler. Er könne das nachvollziehen. "Wer Eigentum erwerben will, hat es leichter bei den Verhandlungen mit der Bank, wenn es um Investitionen in die Einrichtung geht. Denn dann gibt es Sicherheiten", betont Flügen. "Als Eigentümer kann man steuerliche Vorteile geltend machen", ergänzt Architekt Christian Thieme. Das Architekturbüro Hülsmann & Thieme aus Kleve soll das Gebäude an der van-den-Bergh-Straße umbauen - und muss dabei darauf achten, dass die denkmalgeschützte Fassade erhalten bleibt.

Mit dem neuen Konzept - Teilflächeneigentum - sollen nun auch die Interessenten ins Boot geholt werden, die bislang noch mit der Unterschrift gezögert haben. Dazu zählen etwa die Betreiber des Restaurants "China-Palast" an der Flutstraße in Kleve. Sie wollen in der ehemaligen Fabrikationshalle auf weit mehr als 3000 Quadratmetern einen Restaurant-Komplex mit gastronomischer Ausrichtung zum Thema Asien einrichten. Auch die Tanzschule "Tanzhaus", die jetzt noch im "Casa Cleve" untergebracht ist, und ein Fitnessstudio hatten Interesse angemeldet. "Bisher gab es noch keine Absage", sagt Hinsen. Er ist zuversichtlich, dass er Flächen an diese Interessenten verkaufen kann. Auch am Ziel, einen Betreiber für ein Brauhaus im Erdgeschoss inklusive Terrassenbestuhlung zu finden, halten Investoren und Makler fest.

Am weitesten gediehen sind die Verhandlungen indes mit einem Möbelhändler. Einen Namen möchte Hinsen noch nicht nennen, weil die Unterschrift noch fehlt. Nur so viel war zu erfahren: Es handelt sich, so Hinsen, um einen bekannten, traditionellen Möbelhändler, der seit mehreren Generationen existiert und mehrere Häuser in Nordrhein-Westfalen unterhält.

Jetzt ist es aus Sicht von Investoren und Makler wichtig, dass die ersten Projekte umgesetzt werden und Käufer einziehen. Aber auch Mieter werden weiterhin gesucht. "Viele haben keine Vorstellung von dem, was hier machbar ist. Wir müssen jetzt möglichst schnell die ersten Flächen erstellen", sagt Makler Ralf Flügen. Vor der alten Fabrikhalle errichtet die Zevens Grundbesitz zahlreiche Wohnungen. Auch das trage zur Attraktivierung des Areals bei, findet der Makler.

Inzwischen habe man auch die von der Stadt Kleve geforderten Emissionskonzepte umgesetzt, so Architekt Thieme. Der Brandschutz müsse individuell für die einzelnen Vorhaben geregelt werden. Die Verhandlungen mit der Stadt seien nicht immer einfach gewesen, so Thieme. Aber Investor Hinsen blickt nach vorne: "Ich hoffe jetzt auf eine breite Unterstützung der Stadt im Hinblick auf die individuellen Projekte und die Interessenten, die Türöffner sein werden."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve: Möbelhaus für die alte Margarine Union


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.