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Kleve
Morgendämmerung für Koekkoek

Kleve. Vier mal schwelgen in romantischen Bildern: Die Stiftung B.C. Koekkoek-Haus bekommt vier niederländische Werke aus der Sammlung Rademakers. Von Matthias Grass

Es ist eine Stille, die in der heute so lauten Welt so weit entfernt zu sein scheint, wie nie. Es ist jenes Verharren, wenn der Tag kommt und die kühle Nacht geht, wenn die Nebel über dem See aufsteigen und die Morgensonne die Bergkämme in so unverschämt weiches Licht hüllt, während das Tal noch im Dämmer versunken ist, Kirchtürme und Häuser noch konturlos sind. Es ist der Augenblick, um den fast jeder romantische Maler gekämpft hat. So wie der Koekkoek-Schüler und spätere Düsseldorfer Hendrik Lot, der in den 1850er Jahren den Moment der Morgendämmerung gemalt hat.

Da fehlt nicht die Ruine des Turms auf der Rheininsel und nicht die Burgruine hoch oben auf dem Gipfel, nicht die Mörgenröte genau dort, wo der Rhein zwischen den Bergen hindurch eine Weite erahnen lässt. In der Mitte des Bildes, klein vor der erhabenen Natur, der Mensch, als Hirte mit Hund das Naturschauspiel genießend.

Vier Bilder niederländischer romantischer Maler konnte die Stiftung B.C. Koekkoek-Haus jetzt für die Liebhaber der Malerei des 19. Jahrhunderts sichern. Der Freundeskreis kaufte mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder in Berlin und der Ernst von Siemens-Kunststiftung die Gemälde an, die bereits in Kleve zu sehen waren und in der Rademakers-Sammlung schon in der Eremitage in St. Petersburg gezeigt wurden und anschließend quer durch Europäische Museen zogen. Vermittelt hat den Deal der ehemalige Klever Museumsdirektor Drs. Guido de Werd. Gern gaben die Sammler Ursula und Jef Rademakers die Werke in das von ihnen geschätzte Haus Koekkoek.

"Nachdem wir zunächst die Finanzierung organisieren mussten, konnten wir die Sache jetzt perfekt machen und die Bilder endlich der Öffentlichkeit übergeben", sagte Freundeskreis-Schatzmeister Dr. Harald Korth jüngst bei der Übergabe der Bilder an die künstlerische Leiterin des Hauses Koekkoek, Ursula Geisselbrecht-Capecki. Man habe, auch wenn der Verein darin geübt ist, schon einige Zeit "geknobelt", um die 120.000 Euro für die vier Bilder zusammen zu bekommen. Wobei der ideelle Wert noch viel höher ist, ergänzt Geisselbrecht.

Das stimmt - es ist ein Quartett von Bildern, das Haus und Stadt bereichert: Die vier ausgesuchten Werke von Schülern und Weggefährten Koekkoeks passen ideal in das alte Stadtpalais des Malers. Willem Bodemann, Koekkoeks Freund und Weggefährte, ist mit einer italianisierenden Landschaft aus 1847 dabei, von Jacobus Theodorus Abels und Petrus Gerardus van Os stammt der Bauernhof von 1832. Der Höhepunkt ist schließlich Cornelis Liestes "Landschaft mit Mondsichel" (1850), für die sich die Ernst von Siemens Stiftung stark machte.

"Es sind allesamt Werke, die mit der Sammlung des Hauses verzahnt sind", sagte Dr. Stephanie Tasch von der Kulturstiftung der Länder. Wenn man dann einen Partner wie den Freundeskreis der Klever Museen zur Seite habe, unterstütze man eine solche Sache gerne, sagt sie.

Quelle: RP
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