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Serie Gemeinde Aktiv (3)
Musizieren unter Männern

Serie Gemeinde Aktiv (3): Musizieren unter Männern
Chorleiter Johannes Feldmann (r.) gibt den Einsatz für den Männerchor von Herz-Jesu. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. 26 Mitglieder hat der Singkreis von Herz-Jesu Kleve. Es ist der einzige kirchlich orientierte Männerchor im Kleverland. Einmal wöchentlich wird im Spyckkloster geprobt. Von Werner Stalder

KLEVE "Puer natus est" ist der gregorianische Introitus des 1. Weihnachtstages. "Das ist mein Highlight von Kindesbeinen an", sagt Eugen Cilleßen, 1. Vorsitzender des Männerchores Herz-Jesu in Kleve. "Eigentlich wird Choral von unserem Männerchor sehr selten gesungen", ergänzt Chorleiter Johannes Feldmann. Der 46-jährige Kirchenmusiker leitet den Chor, der im Spyckkloster in der Klever Unterstadt zuhause ist. "Der Chor hat jetzt keine Stammkirche mehr, deshalb wirken wir im Laufe des Kirchenjahres in verschiedenen Kirchen der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Kleve mit", sagt Cilleßen, der seit Januar 2018 als Vorsitzender "die Herde zusammenhält und dem Chorleiter zuarbeitet." Innerhalb der 26 Sänger, die mit ihrem Chorleiter regelmäßig montags um 19.30 Uhr im Spyckkloster proben, gibt es auch einen Vorstand. Der 61-jährige Rettungsassistent in der Klever Leitstelle kam vor vier Jahren zum Männerchor. Am 13. Dezember 2014 wurde in der Klever Stiftskirche aus Anlass des 70-jährigen Gedenkens der Priesterweihe von Karl Leisner die "Dachau-Messe" von Pater Gregor Schwake OSB aufgeführt. Der Ordensmann hatte diese Messe als Häftling im Konzentrationslager Dachau komponiert. Das Werk wurde als Chorprojekt angeboten, und bis zu zwölf Sänger aus anderen Chören engagierten sich. Darunter war auch Eugen Cilleßen, der dem Kirchenchor Christus König angehört und seit dieser Zeit zusätzlich im 1. Tenor beim Männerchor Herz-Jesu mitsingt. Mit ihm schlossen sich aus anderen Ortschaften Reinhard Hendricks und Manfred Kock den Sängern vom Spyckkloster an. "Pater Gregor Schwake hat sich sehr für den Volksgesang eingesetzt", sagt Johannes Feldmann. "Die Dachaumesse schrieb er als Wechselgesang zwischen einem drei- bis vierstimmigen Männerchor und dem Gesang des Volkes. 2014 übernahmen die Kirchenchöre der Stiftskirche und der Christus-König-Kirche den Volksgesang." Dem musikalischen Höhepunkt folgten, nicht zuletzt durch die Initiative eines Großneffen von Pater Schwake, Dr. Johannes Pickers aus Emmerich, weitere Aufführungen der Messe in der Benediktinerabtei Gerleve, in der Basilika Kevelaer und in der Heilig-Kreuz-Kirche in Dachau. Dazu kam eine Fahrt des Männerchores nach Burgoberbach bei Ansbach (Mittelfranken). Die dortige Gemeinde hatte ebenfalls einen Bezug zu Pater Schwake. Im Februar 2013 konnte der Chor mit einem Konzert und einer Festmesse in der Kapuzinerkirche unter Mitwirkung von vier anderen Klever Chören sein 100-jähriges Jubiläum feiern. "In diesem Jahr feiern wir mit einem großen Marienlob am 1. Mai das 105-jährige Bestehen. Dazu haben wir die Kirchenchöre unserer Pfarrei eingeladen", sagt Cilleßen, der sich zugleich auf einen fränkisch-bayerischen Abend freut. "Dafür haben wir sogar die vierstimmige Bayernhymne einstudiert." Für den Chorleiter ist der Männerchor eine schöne Ergänzung zu den anderen Chören, die er leitet. "Normalerweise sind die Kirchenchöre gemischt", sagt er. "Im kirchlichen Bereich ist es weit und breit der einzige Männerchor." Und Eugen Cilleßen lacht: "Wie die meisten im Chor bin ich ein 'Ohrensänger', das heißt, ich singe nach dem Gehör." Ihm gefällt das gute Miteinander der Sänger untereinander. "Und neue Mitglieder sind stets willkommen."

Quelle: RP
 
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