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Kranenburg
Nabu kritisiert die geplante Anordnung der Windräder

Kranenburg. Noch hat die Nabu Naturschutzstation Kranenburg sich nicht festgelegt, ob sie den geplanten Bau von zwölf Windkraftanlagen im Reichswald entlang des Kartenspielerwegs befürwortet oder ablehnt. Von Peter Janssen

"Abschließend beurteilen werden wir das Projekt erst, wenn die Umweltverträglichkeitsuntersuchungen vorliegen", sagt Volkhard Wille, Vorsitzender der Station. Ein erstes Gespräch, auch über die aus Sicht der Nabu relevanten Inhalte, hat es mit der Verwaltung der Gemeinde Kranenburg und dem Projektentwickler ABO Wind gegeben. Dabei haben die Naturschützer unter anderem auch darauf hingewiesen, dass man die geplante Anordnung der Windräder in einer Reihe quer durch den Reichswald als sehr kritisch betrachte. "Geringer wäre der Eingriff in den Wald, wenn man die Anlagen im Osten an der B 504 konzentrieren würde", sagt Wille.

Der Nabu-Landesverband hat ein Raster festgelegt, nach dem Standorte für Windparks beurteilt werden. Als Tabu-Bereiche gelten demnach etwa Natur- oder Vogelschutzgebiete. Der Reichswald sei an der Stelle kein Naturschutzgebiet, so sagt Wille, daher müsse geprüft werden, ob dem Bau aus Sicht des Naturschutzes Gründe entgegenstehen.

Vor mehr als fünf Jahren wollte ein Unternehmen in Frasselt drei Windräder errichten. Damals hatten sich Bürger und Politik gemeinsam erfolgreich gegen die Umsetzung des Projekts gewehrt. Der kleine Abendsegler hätte damals Hilfestellung leisten können. Das possierliche Tierchen ist eine Fledermausart, die in der Kranenburger Ortschaft ihre Kreise zieht. Frasselt ist nur unweit von dem Gebiet entfernt, in dem jetzt die zwölf Anlagen geplant sind. Biologe Dietrich Cerff, Naturschutzreferent bei der Naturschutzstation, hatte damals bestätigt, dass er das Tier in dem Bereich gesehen habe.

Auch Volkhard Wille erinnert sich daran, dass 2009 darauf hingewiesen hatte, dass der Waldrand für Fledermäuse das Hauptbiotop sei. Deshalb müsse man, so der Naturschützer, bei den aktuellen Untersuchungen auch verstärkt auf dieses Tier achten. "Wir haben deutlich gemacht, wo wir einen erhöhten Untersuchungsbedarf sehen wie etwa bei Fledermäusen oder bestimmten Vogelarten", sagt der Vorsitzende der Nabu-Station.

Nach RP-Informationen könnten die Anlagen für Bläss- und Saatgänse ein Problem sein, die an dieser Stelle von der Maas Richtung Rheinniederung und umgekehrt fliegen. Auch sollen die Wegränder des Gebiets aufgrund von botanischen Aspekten äußerst interessant sein.

Quelle: RP
 
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