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Kleve/Emmerich
Nabu verhindert Windpark neben Hetter

Kleve/Emmerich: Nabu verhindert Windpark neben Hetter
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Kleve/Emmerich. Irgendwie verrückt: Naturschützer verhindern einen Windpark. Aber auch irgendwie logisch. Denn nicht alles was öko ist, muss auch gut sein für die Natur. Zum Beispiel für die Vögel im Naturschutzgebiet.

Das oberste Verwaltungsgericht der Niederlande, der "Raad van Staten", hat einer Klage der NABU-Naturschutzstation Niederrhein gegen den Flächennutzungsplan der Gemeinde Oude IJsselstreek stattgegeben. Damit wird die Windenergieanlage, die die Gemeinde damit in unmittelbarer Nähe zum Uferschnepfen-Brutgebiet in der Hetter ermöglichen wollte, nicht gebaut werden.

Das Hauptargument der Richter war dabei die ungenügende Beachtung des Vorsorgeprinzips in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die Umweltverträglichkeitsprüfung konnte nicht beweisen, dass die Windräder keinen Einfluss auf die Wiesenbrüter haben werden. In der Tat halten diese bei der Brut gerne einen Abstand von über 500 m zu Bäumen, Masten, Windrädern und anderen hohen Landschaftselementen. Der Flächennutzungsplan hätte einen Bau der Windräder in nur 260 Meter Entfernung erlaubt.

"Dass Natur nicht an Landesgrenzen halt macht, ist allgemein bekannt. Dass auch der Schutz der Natur nicht an Landesgrenzen enden darf, haben nun die Richter deutlich unterstrichen" kommentiert Dr. Volkhard Wille von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein das Urteil und bedankte sich bei den unterstützenden Organisationen NABU Landesverband NRW, NABU-Kreisverband Kleve und der Nordrhein-Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft (NWO).

Das Urteil hat eine wichtige Signalwirkung für ähnliche Planungen im und um das EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein. "Aktuell erarbeiten wir eine Stellungnahme zu einer von den Stadtwerken Kleve geplanten Windkraftanlage auf Salmorth - mitten in der Haupteinflugschneise der arktischen Wildgänse zu ihrem Schlafplatz de Byland", so Wille.

Der NABU unterstützt die Energiewende hin zu regenerativen Energiequellen. Diese muss allerdings naturverträglich erfolgen und kann nicht in Vogelschutz- und Naturschutzgebieten stattfinden. "Es gibt genügend geeignete Windkraft-Standorte, bei denen Mensch und Natur nicht leiden müssen."

Quelle: RP
 
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