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Kalkar-Wissel
Nach 40 Jahren noch immer "jugendlich"

Kalkar-Wissel. Das Jugendorchester Wissel bereitet sich derzeit intensiv auf sein Jubiläumskonzert vor. In der Stadthalle Kleve sind auch Gastmusiker aus Elten dabei. Nachwuchssorgen belasten die Verantwortlichen. Von Anja Settnik

Musik hält jung, keine Frage. Wirklich "jugendlich" ist Martina Hermanns, die heutige Schriftführerin des "Jugendorchesters Wissel", allerdings nicht, schließlich ist sie dem damals gerade gegründeten Verein schon 1976 beigetreten. Bis heute blieb die Saxophonistin, die inzwischen mit ihrer Familie in Warbeyen lebt, dem Orchester treu. Und sie ist nicht die einzige Erwachsene, die sich in der Gruppe zuhause fühlt. Gemeinsam mit etwa 50 weiteren Aktiven bereitet sich Martina Hermanns derzeit auf das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen des Vereins vor. Es wird am Samstag, 12. März, in der Stadthalle Kleve stattfinden. Beginn ist um 18.30 Uhr, Karten gibt es im Vorverkauf bei der Touristik-Info Kleve, im Friseursalon Bouwmann in Wissel und an der Aral-Tankstelle Elten. Der Eltener Musikverein wirkt nämlich als Gast beim Konzert mit.

Ludger Heering, ehemaliger Vorsitzender und Mitorganisator des Konzerts, ist ebenfalls aus der "Jugend" herausgewachsen und gibt zu, man habe schon mal überlegt, sich umzubenennen. Aber der Name hat Tradition und ist ja auch nicht falsch: Eine Reihe Kinder und Jugendlicher spielen mit. "Wir haben eine Flötengruppe für die Jüngsten, die wir selbst unterrichten, und ein Nachwuchsorchester, in dem die Jüngsten etwa zehn Jahre alt sind", berichtet Heering. Der Trompeter spielt auch in der Emmericher Bigband "Bajazzo", ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Blasmusik.

Die schließlich mehr ist als traditionelle Marschmusik. "Wir haben ein buntes Repertoire, bei dem die traditionelle Blasmusik schon ihren Stellenwert hat, denn unsere eher reiferen Zuhörer erwarten das", sagt Martina Hermanns. Moderne Unterhaltungsmusik, Filmmusik und Musical-Songs gefallen nicht zuletzt den Aktiven selbst. Was wichtig ist, denn wie die meisten Musikvereine und Chöre sorgen sich die Wisseler um ihren Nachwuchs.

"Die langen Schultage fordern ihren Tribut. Obwohl wir in den Grundschulen werben und neuerdings sogar mit der Gesamtschule Xanten zusammenarbeiten, ist es schwierig, neue Mitglieder zu finden", bedauert Hermanns. Fürs "tiefe Blech" und fürs Schlagzeug werden derzeit Mitspieler gesucht. Neben jungen Leuten seien auch reifere Seiteneinsteiger absolut willkommen.

Diejenigen, die schon lange dabei sind, bleiben aber meist dauerhaft im Verein. "In Musikvereinen spielt die soziale Komponente immer eine große Rolle; der Spaß an der Gemeinschaft ist ähnlich wichtig wie das Musikmachen", findet Heering. Nicht selten sind ganze Familien in den Orchestern vertreten, und auch die Ehemaligen bleiben Bestandteile der Gemeinschaft. Da ist zum Beispiel der Ehrenvorsitzende Wilhelm Bouwmann zu nennen, der noch immer so oft wie möglich zu den Auftritten kommt. Die inzwischen verstorbenen Dirigenten Wilhelm Brüntink und Gottfried Janas sind unvergessen, und auch den heutigen musikalischen Leiter Gerd-Josef Verhoeven kennt jeder Wisseler.

Wer es mal selbst mit der Blasmusik versuchen will, kann ein Instrument ausleihen, statt gleich selbst eines zu kaufen. Und wer eher passiver Musikfreund ist, kann das Jugendorchester auch für Konzerte, Ständchen oder Gottesdienste buchen.

Zu Schnupperproben sind Erwachsene donnerstags ab 19.30, Jugendliche ab 18 Uhr im Gemeindezentrum Wissel gesehen.

Quelle: RP
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