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Kleve
Nach Beiß-Angriff fordert "Peta" Hundeführerschein

Kleve. Nachdem am 19. Dezember - dies bestätigte die Polizei Anfang Januar - in Kleve eine 70 Jahre alte Spaziergängerin verletzt und ihr Cocker Spaniel durch zwei andere Hunde tot gebissen worden war, fordert die Tierschutzorganisation "Peta" die Einführung eines "Hundeführerscheins" in NRW.

Die 70-Jährige war unvermittelt von den zwei Vierbeinern angegriffen worden und hatte die Tiere mit Pfefferspray besprüht. Daraufhin stürzten sich die Hunde auf den Cocker Spaniel. Der Halter der angreifenden Tiere kam hinzu und schützte den bereits schwer verletzten Cocker Spaniel vor seinen Hunden. Die 70-Jährige musste sich einer stationären Behandlung unterziehen und erlitt einen Schock.

Ein Hundeführerschein könnte nach Ansicht von "Peta" sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittele das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich seien.

"Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter verantwortungslos mit ihren Vierbeinern umgehen. Anders ist nicht erklärbar, dass zwei Hunde ohne ersichtlichen Grund eine Frau angreifen und ihren Vierbeiner so schwer verletzen, dass dieser seinen Verletzungen erliegt", so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei "Peta".

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekursus absolvieren, um das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation sowie Bedürfnisse von Hunden erwerben. Auf den theoretischen Kursus folgt ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar für Hund und Halter in einer Hundeschule.

In der Schweiz seien Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen sei. Als erstes deutsches Bundesland habe Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen - der allgemeine Hundeführerschein sei in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.

Die Einführung eines Hundeführerscheins hat laut der Tierschutzorganisation "Peta" einen weiteren Vorteil: Sie könne Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt hätten, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landeten 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen - darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt "angeschafft" würden.

Quelle: RP
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