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Kreis Kleve
Nahverkehr muss verbessert werden

Kreis Kleve: Nahverkehr muss verbessert werden
Endstation Kleve, und in Kamp-Lintfort gibt es noch nicht mal einen Bahnhof: Eine Nahverkehrsverbindung zwischen den Standorten gibt es nicht. FOTO: Archiv
Kreis Kleve. Die Hochschule Rhein-Waal gehört zu den erfolgreichsten Hochschul-Neugründungen bundesweit. Mit neuen Campus-Geländen in Kleve und Kamp-Lintfort punktet die Hochschule. Busse und Bahnen hinken der Entwicklung hinterher. Von Matthias Grass

Die Hochschule hat zwei ausgezeichnete Standorte. Einen in Kleve, einen in Kamp-Lintfort. Beide mit neuen Gebäuden, beide mit komplett neuer Einrichtung, beide mit attraktiven Studienangeboten. Doch erreichbar mit Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) sind die Standorte nur bedingt: Kleve hat einen Bahnhof, den die Nordwestbahn im gemächlichen Halbstundentakt mit oftmals hoffnungslos vollen Zügen anfährt. In Kleve ist Endstation. Kamp-Lintfort hat nicht einmal einen Bahnhof.

Wer mit dem Bus vom Standort Kleve zum Standort Kamp-Lintfort möchte, ist aufgeschmissen. Zur niederländischen Großstadt Nimwegen gibt es nur einen so genannten Schnellbus, die Verhandlungen über einen möglichen schienengebundenen Anschluss über Kleve in die Niederlande verlaufen mehr als zäh.

"Es ist bestürzend, dass es die Verbindung zwischen den Hochschulstandorten Kleve und Kamp-Lintfort immer noch nicht gibt", sagt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, der jetzt die Hochschule Rhein-Waal besuchte. Die Hochschule habe inzwischen 6000 Studenten - es sei verheerend, dass bei dieser Entwicklung der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs nicht mitgedacht wurde. Hochschulpräsidentin Dr. Heide Naderer bemängelte ebenso den vernachlässigten Ausbau der Verbindungen zwischen den Standorten wie den über die Region hinaus. "Eine strukturelle Anpassung des öffentlichen Personennahverkehrs und der Bahnen ist dringend nötig", sagt Naderer.

Das trifft zu: Einen IC-Anschluss hat Kleve nicht, und der IC-Halt im nahen Emmerich ist längst Geschichte. "Das ist besonders ärgerlich, weil der Intercity ja vor dem Bahnhof in Emmerich hält und warten muss. Da fragt sich jeder, warum der das nicht im Bahnhof machen kann, damit man dort ein- und aussteigen kann", sagt Birgitt Höhn, Sprecherin der Grünen im Kreis Kleve. Ihr Kreis-Grünen-Vorstandskollege Bruno Jöbkes erinnerte daran, dass der Staat beim ÖPNV im Rahmen der Daseinsvorsorge tätig werden müsse. "Da muss man dann eben auch mal Geld in die Hand nehmen", sagt Jöbkes.

Jöbkes lobte die Stadt Kleve, die als fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt den richtigen Weg auch mit Blick auf die Studenten eingeschlagen habe. Dennoch: Auch hier seien die Busverbindungen suboptimal, die Taktung viel zu grob.

Die Probleme sind jetzt auch ins Kreishaus vorgedrungen, das die Maßnahme flankieren will. "Das Anliegen ist vor einigen Tagen während eines Gesprächs mit Hochschulpräsidentin Dr. Naderer an mich herangetragen worden. Ich habe ihr zugesagt, das Anliegen prüfen zu lassen. Als Grundlage dafür habe ich Dr. Naderer gebeten, die Vorstellungen und Anforderungen der Hochschule näher darzulegen", sagte Landrat Wolfgang Spreen auf Anfrage.

Die Entwicklung der Hochschule sei lobenswert, sagt Gehring. Da habe sich in den vergangenen drei Jahren viel getan. "Das ist ein atemberaubender Expansionskurs. Die Hochschule Rhein-Waal ist eine der erfolgreichsten Hochschulgründungen landes- und bundesweit", sagte Gehring mit Blick auf die inzwischen 6000 Studenten der Hochschule. Um solche Entwicklungen weiter zu unterstützen, wolle er sich dafür einsetzen, die Mittel aus dem Hochschulpakt "auf Dauer" zu stellen und so den Hochschulen Planungssicherheit zu bieten.

Außerdem gelte es, eine Lösung bei den befristeten Verträgen innerhalb der Hochschulen zu finden. Das betrifft an der HSRW immerhin 40 Prozent aller Stellen, rechnet Heide Naderer. "Es ist so, dass wir immer noch gut eingearbeitete Kollegen nach zwei Jahren ziehen lassen müssen, weil die Verträge befristet sind", sagt Prof Georg Hauck, Vizepräsident für Personal- und Organisationsentwicklung. Daran wolle man auf Landes- und auf Bundesebene arbeiten, verspricht Gehring.

Quelle: RP
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