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Kleve
Namensdiskussion: Kritik an Gesamtschule

Kleve. Es zeichnet sich eine Mehrheit für "Wilhelm-Frede-Volkshochschule" ab. Diskussion im Schulausschuss. Von Matthias Grass

Harsche Töne mussten sich die Vertreter der Gesamtschule 1 im Klever Rat gefallen lassen, als zum Grünen-Antrag, die VHS nach Wilhelm Frede zu benennen, über das Gedenken an den von den Nationalsozialisten ermordeten Klever Bürger debattiert wurde. CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing stellte klar, dass die CDU einen Schul-Namen "Am Forstgarten" nicht mittrage. Er schränkte aber ein, dass man einer Wilhelm-Frede-Volkshochschule positiv gegenüber stehe. Gebing betonte - wie später auch Daniel Rütter (FDP) und Fabian Merges (OK) - dass die Schulkonferenz (ein Gremium aus Eltern- und Schülervertretern sowie Lehrern) nicht über den Namen entscheiden könne, sondern Vorschlagsrecht habe. Die Entscheidung, welchen Namen eine Schule trage, liege beim Rat. Selbst wenn es bisher Konsens war, dem Vorschlag der Schulkonferenz nachzukommen. Gebing mahnte für die Christdemokraten nochmals an, dass der Name "Wilhelm Frede" als Opfer der Nazi-Diktatur, als Vorbild für das Handeln eines aufrechten Mannes, nicht verschwinden dürfe. Trüge ihn die VHS, würde man das begrüßen. Aber: "Das sollte kurzfristig gelöst sein", so Gebing.

Petra Tekath (SPD) argumentierte, dass man diese Diskussion im zuständigen Ausschuss führen müsse und dass die SPD einem Namen "Am Forstgarten" für die Gesamtschule 1 anerkennen würde. Im Laufe der Debatte gab Tekath zu erkennen, dass auch die SPD einem Namen Wilhelm-Frede-Volkshochschule nicht ablehnend gegenüber stehe.

OK-Fraktionschef Fabian Marges zeigte sich enttäuscht von der Gesamtschule, die sich in der Diskussion nicht bewegt habe. Er hätte gerne einen Leuchtturm "Wilhelm-Frede-Gesamtschule" gesehen. Aber man habe grundsätzlich kein Problem, die VHS entsprechend zu benennen. Man solle im Schulausschuss eine gemeinsame Lösung finden. Daniel Rütter (FDP) fand den Grünen-Antrag im Rat deplaziert, könne aber auch die Schule nicht verstehen, die stur auf ihrem Vorschlag beharrt habe. "Der Name für die Gesamtschule ,Am Forstgarten' ist nichtssagend", so Rütter. Den schulpolitischen Ansatz, den Namen Frede nicht tragen zu wollen, sei für ihn nicht nachvollziehbar. Bürgermeisterin Northing, die diesen Kompromiss ebenfalls begrüßte, versprach, für den Schulausschuss eine entsprechende Vorlage vorzubereiten.

Insgesamt zeichnete sich also eine Mehrheit für den Antrag von Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) ab, die VHS entsprechend zu benennen. Meyer-Wilmes mahnte allerdings eine zügige Lösung an, um alle Beteiligten zu entlasten.

Quelle: RP
 
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