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Bedburg-Hau-Moyland
Neue Orientierung in 32 Metern Höhe

Bedburg-Hau-Moyland: Neue Orientierung in 32 Metern Höhe
Franz-Josef Janßen von der Malerinnung bei der Montage der Plotterschrift an der Aussichtsbalustrade des Nordturms. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Bedburg-Hau-Moyland. Wer den Nordturm von Schloss Moyland besteigt, weiß künftig auch, wo die Landmarken der Umgebung liegen. Möglich macht es eine Beschriftung an der Balustrade, die die Klever Innung der Maler und Lackierer gesponsert hat. Von Anja Settnik

Wer als Auswärtiger nach Moyland kommt, um das Schloss, den Park, das Museum oder am besten das alles zu bewundern, kann in all dem Grün schon mal die Orientierung verlieren. Deshalb gibt es schon draußen vor dem Kassenbereich einen Wegweiser in Form einer Skulpur, der anzeigt, in welcher Richtung Orte der Region mit weiteren Museen zu finden sind - Xanten, Goch oder Arnheim beispielsweise. Eine noch bessere Orientierung dürfen künftig Gäste genießen, die sich die Wendeltreppe des Nordturm hoch bemühen, um von der Aussichtsbalustrade aus die niederrheinische Landschaft zu genießen. Ab sofort ist es kein Problem mehr, die Landmarken der Umgebung nicht nur zu sehen, sondern auch zuzuordnen: Eine Beschriftung auf der umlaufenden Absturzsicherung macht es möglich. Von unten ist davon nichts zu sehen - die Optik es Schlosses wird also keinesfalls gestört.

Sophia Tuchert vom Museum weiß es: "Der Nordturm von Schloss Moyland, der im Krieg zerstört wurde, ist seit seiner Wiedererrichtung im Jahr 2007 eine der Attraktionen des Museums. Besonders, seit 2012 der Umgang eröffnet wurde, haben unsere Besucher große Freude daran, vom Turm aus in die niederrheinische Landschaft zu blicken." Manfred van Halteren und die anderen Führer wissen jedoch, dass bisher insbesondere Gäste von weiter her mit der Orientierung überfordert sind. "Als ich einmal jemanden schwärmen hörte: ,Ach, da sieht man ja sogar die schöne Weseler Rheinbrücke' - er meinte natürlich die Brücke von Emmerich - hat mir das schon weh getan. Immer wieder habe ich den Leuten einige Hinweise gegeben, aber auch gedacht, es wäre doch gut, wenn wir dazu eine dauerhafte Hilfe hätten."

Die gibt es nun dank des Engagements der Klever Maler- und Lackiererinnung, die auf den Glasflächen der Balustrade dezente, aber gut sichtbare weiße "Plotterschrift" angebracht hat. Die kann nun jeder, der den Aufschrift auf die 32 Meter hohe Plattform bewältigt hat, beim Rundgang lesen und mit den Kirchtürmen und anderen sichtbaren Landmarken überein bringen.

Manfred van Halteren war früher Berufsschullehrer der Maler- und Lackiererklasse. Deshalb kam er, nachdem klar war, dass metallene Erläuterungen zu teuer sein würden, auf die Plotterfolie, die etwa aus der Autobeschriftung bekannt ist. Eine Fachfirma hat die Ideen digital umgesetzt. Bettina Paust als Museumsleiterin freut sich darüber, dass sich Mitarbeiter des Hauses, Ehrenamtler und Vertreter der Innung gemeinsam für dieses "nur scheinbar kleine, aber dennoch wichtige Projekt" stark gemacht haben. An einer aufgeklebten Horizontlinie tauchen nun Kreuze für Kirchen, Windräder und stichwortartige Erläuterungen sowie Ortsnamen auf. Auch die Kalkarer Zuckerfabrik oder das "Wunderland" werden zugeordnet, ebenso Hochelten oder der Sender, die Schwanenburg und die Stiftskirche von Kleve.

Wenn die Sicht mal richtig schlecht ist, lohnt der Aufstieg auf den Turm immer noch, um das Moyländer Ensemble zu überblicken. Bis zum Kutschenrondell, zum Kräutergarten und in den Park reicht es in jedem Fall. Im Eintrittspreis von sieben Euro (Kinder drei Euro) sind Kunst, Aufstieg und Landschaftserleben inklusive.

Quelle: RP
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