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Kleve
Neuen Schwung für Altes und Kaputtes

Kleve: Neuen Schwung für Altes und Kaputtes
Ehrenamtliche Helfer kümmern sich im Repair Café um defekte Geräte - vor allem elektronische. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Seit einem Jahr existiert das Repair Café in Kleve. Dort werden an jedem dritten Samstag im Monat im Radhaus Kleve.alte, defekte Dinge (Elektrogeräte, Textilien, Fahrräder oder Möbel) von ehrenamtlichen Helfern repariert - umsonst. Von Ann-Lea Woitge

Immer öfter tendieren Menschen dazu, defekte Dinge - beispielsweise den Toaster mit funktionellem Schaden - einfach wegzuwerfen und zu ersetzen. In vielen Fällen werden auch noch - passend zum Auslaufen der Garantiezeit - neue Modelle auf den Markt gebracht. Um so verlockender ist es dann, das alte Modell durch das neue zu ersetzten - besonders wenn die Reparaturkosten beinah so hoch sind wie der Einkaufspreis.

Das Repair Café (ursprüngliche Idee stammt aus unserem Nachbarland, den Niederlanden/Amsterdam) hat folgenden Grundgedanken: Der "Weg-Werf-Trend" solle aufhören und gleichzeitig etwas für den Umweltschutz getan werden - vermeiden von beispielsweise Elektro-Müll. Neben dem ökologischen Aspekt stehe auch der sozial/finanzielle Aspekt im Fokus, denn nicht jeder kann sich eine Reparatur leisten: Das Repair Café ist eine gemeinnützige Organisation - auch Spenden werden angenommen.

In Kleve besteht dieses Konzept seit einem Jahr. Jeden dritten Samstag im Monat findet im Jugendzentrum Radhaus Kleve ein Repair Café (Winter- und Sommerpause des Radhauses ausgenommen) statt. Insgesamt 15 ehrenamtliche Helfer - inklusive der drei Gründer Caroline Ligtemberg, Marcel Hohenfeld und Hannes Scholtyschik - bilden die Organisation in Kleve. Abgesehen von elektronischen Problemen werden auch Textilien erneuert oder Möbel wieder in Stand gesetzt. Unter den Ehrenamtlichen seien Spezialisten für die einzelnen Bereiche. Am häufigsten werden elektrische Geräte repariert, im Sommer auch Fahrräder.

"Die Arbeit steht besonders im Fokus, nebenbei entstehen soziale Kontakte unter den Kunden und unseren Helfern", so Marcel Hohenfeld. Manchmal seien simple, fachliche Erklärungen, mit denen sich Kunden beim nächsten Mal selbst zu helfen wissen, schon ausreichend. Laut Hohenfeld wüssten Viele zu wenig über handwerkliche Tätigkeiten.

Die Hilfe werde von einem breiten Publikum in Anspruch genommen, von jungen Leuten, Studenten, älteren Leuten und bedürftigen Menschen. "Auch spenden Leute gerne für die Organisation. Von dem Geld kann dann spezielles Werkzeug gekauft werden, die (geringen) Kosten für die Räumlichkeiten des Radhauses werden bezahlt und Snacks sowie Getränke können bezahlt werden. Außerdem freuen wir uns, von dem Geld den Ehrenamtlichen auch mal eine Freude beispielsweise zum Geburtstag zu bereiten", so Gabriele Goldstraß, ehrenamtliche Helferin beim Repair Café.

Ein schönes Beispiel für die Arbeit der Helfer und wie einfach es ist, alten Dingen neuen Schwung zu geben ist dieses: Wahrscheinlich erinnert sich besonders die etwas ältere Generation und das ein oder andere "90s-Kid" an den sogenannten "Weltempfänger". Ein Radio, das Sender aus dem Ausland empfangen konnte und überall mithingenommen werden konnte. Sylvia Latarnik besitzt seit 1999 ein Designerstück von Grundig. Mittlerweile sei es für sie von historischem Wert: "Dieses Radio hat mich während meines Auslandsstudiums begleitet. Da hängen Erinnerungen dran, davon möchte ich mich nicht trennen. Abgesehen davon ist es ein Designerstück", so Latarnik. "Paddy", einer der ehrenamtlichen Helfer, besaß zufällig das richtige Werkzeug, um die alten Schrauben zu entfernen. Tipps, wo es neue Schrauben dieser Art zu kaufen geben könnte, hatte er auch. "Ich hatte selbst nicht das richtige Werkzeug und daher habe ich mich gefreut, vom Repair Café gehört zu haben. So habe ich zeitlichen Aufstand gespart", meint Latarnik.

Der nächste Termin ist nach der Winterpause, Samstag, 16. Januar, von 14 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es auf www.repaircafe-kleve.de. Außerdem sucht das Team noch Helfer, die sich um die Kommunikation der Organisation kümmern wollen, etwa die Gestaltung der Facebook- und Internetseite des Cafés.

Quelle: RP
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