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Kleve
Neues Bettenhaus wird Montag bezogen

Kleve: Neues Bettenhaus wird Montag bezogen
Im Mai/Juni wird links das alte Bettenhaus abgerissen und durch einen Trakt ersetzte, der identisch mit dem neuen ersten Teil des Krankenhaus-Neubaus ist. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Kleve. Der erste Bauabschnitt am St. Antonius-Hospital ist fertig und bringt das Haus auf den neuesten Stand. Rund die Hälfte des 35-Millionen-Euro Projektes ist verbaut. Es folgt der Abriss eines der alten Bettentrakte in den nächsten Monaten. Von Matthias Grass

Das Zimmer ist hell, freundlich. Drei Betten stehen an der Längswand, Patientenschränke im Kopfbereich grenzen die Betten ein bisschen voneinander ab. Die Brüstungen der Fenster sind so niedrig, dass man vom Bett aus nach draußen gucken kann. In den Park, der dort wieder wächst, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Jedes Bett hat ein eigenes Fernsehgerät, das an einem Gestell direkt übers Kissen gefahren werden kann. Der Fernseher hat auch einen Internetzugang. An jedem Bett sind Anschlüsse für Sauerstoff. Die Raumluft wird regelmäßig ausgetauscht und leicht gekühlt. Das Zimmer hat für die drei Betten eine eigene Dusche, zu der's durch eine breite Tür geht - barrierefrei, versteht sich.

So sehen die neuen Zimmer im Klever Krankenhaus für Kassenpatienten aus. Die für Privatpatienten bieten noch mehr Platz, es gibt in der Regel zwei Betten und eine höhere Ausstattung wie etwa holzfarbenen Fußböden. 65 Euro kostet ein solches Doppelzimmer zusätzlich, wenn man nicht privat versichert ist. 125 Euro muss zuzahlen, wer ein Einzelzimmer möchte. 68 Zimmer hat der erste Bauabschnitt des neuen Bettenhauses für das Klever St.-Antonius-Hospitals, 28 davon sind für Privatpatienten gedacht.

Im Mai/Juni wird links das alte Bettenhaus abgerissen und durch einen Trakt ersetzt, der identisch mit dem neuen ersten Teil des Krankenhaus-Neubaus ist. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Ab Montag werden die neuen Zimmer auf den Stationen bezogen. Damit ist der erste Bauabschnitt des neuen Bettenhauses für das Klever Krankenhaus abgeschlossen. Rund 16 Millionen Euro des 35-Millionen-Euro-Budgets (darin knapp 30 Mio für das neue Bettenhaus) sind verbaut. In rund zwei Wochen sollen alle Zimmer "in Dienst gestellt" sein. Dann folgt der Abriss eines Teils des alten Bettenhauses, auf dessen Grundriss der zweite Bauabschnitt errichtet werden soll: Der wird genauso groß wie der erste sein und das Haus zum Karree schließen. Fertig sein soll die komplette Baumaßnahme 2017. Gestern weihte Weihbischof Wilfried Theisig den ersten L-förmigen Trakt bei einer kleinen internen Feier ein.

Schon jetzt werde sich das Klever Krankenhaus mit dem hochmodernen Trakt vom Standard her an die Spitze der Häuser der Region katapultieren, sagt Dr. Peter Enders, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. Die Modernisierung der Stationen habe ein Mehr an Komfort für die Patienten und weitere Verbesserungen der medizinischen Qualität zum Ziel, verspricht der Krankenhauschef.

FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Ab 2017 kann das neue Haus 287 Patienten auf 103 Zimmern aufnehmen, es wird acht Stationen geben, davon zwei Privatstationen und eine Intermediate-Care-Station. Es sind Zimmer mit Schleusen für Patienten mit Krankenhauskeim eingerichtet. Im ersten Bauabschnitt wurden jetzt 68 Zimmer fertiggestellt, dazu Technikräume, die Prosektur/Pathologie und der Verabschiedungsraum für die Angehörigen.

Die einzelnen Stationen sind farblich gestaltet, grün für die Kardiologie im Erdgeschoss, rosa und rot für die Gynäkologie, blau für die urologische und chirurgische Station und gelb für die Innere Medizin. Die Farben folgen dabei psychosomatischen Erkenntnissen und sollen die Heilung unterstützen. Sagen die Krankenhausplaner.

Die Pflegestationen sind auf den Ecken der L-förmig angeordneten Stationen, bleiben offen mit einer Theke. Während die Patientenzimmer nach außen zum Park führen, haben die Mitarbeiter- und Funktionsräume Fenster zum Hof. Über die Mitarbeiterräume, wie sie in den alten Häusern des Klever Krankenhauses fehlten, freuen sich die Pflegedienstleiterinnen Rosa Maria Wittenhorst und Inge van Dülmen. Überhaupt sei das neue Haus sehr viel mitarbeiterfreundlicher, heißt es. Für die Essenswagen des Hol- und Bringdienstes sind Parkplätze eingeplant. Sie müssen jetzt nicht mehr auf dem Flur stehen. Und der Bettentausch im Keller funktioniert vorbildlich.

Einen Tag der offenen Tür wird es nicht geben. "Das lassen TÜV und Hygiene nicht zu", sagt Rudolf Lehmann. Der Technische Leiter des Hospitals muss jetzt noch mal den gleichen Bau stemmen, um 2017 fertig zu werden.

Quelle: RP
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