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Kleve
Neues Rathaus kostet 13,4 Millionen Euro

Kleve: Neues Rathaus kostet 13,4 Millionen Euro
Der künftige Ratssaal. Bei Bettina Keysers (2.v.r) laufen alle Fäden zusammen, aufs neue Rathaus freuen sich Kämmerer Haas (rechts), Technischer Beigeordneter Rauer (links) und Bürgermeisterin Sonja Northing. FOTO: van Offern
Kleve. Im Juli werden 150 Mitarbeiter der Stadt in ihre neue Verwaltung umziehen, bis September sollen auch die Plätze im Umfeld fertig werden, dann folgt ein Tag der offenen Tür. Gestern besichtigte die Politik das fast fertige neue Haus. Von Matthias Grass

Noch kleben die Zettel der Raumbücher für die Übergabe des Baus vom Generalunterunternehmer Erich Tönnissen an die Stadt an den Türen: "Rissbildung in Wandecke" steht darauf mit krakeliger Schrift notiert, darunter "Türblatt reinigen!". Das Blatt klebt an der Tür zum Bürgermeisterinnenbüro. Laut Raumbuch die "Dezernatsleitung 1". Es ist ein mit 41,19 Quadratmeter Größe Bürgermeisterinnen würdiger Raum. Sonja Northing, Kleves Bürgermeisterin, steht mitten in dem noch leeren mit dunkelgrauen Teppichboden belegten Raum und breitet die Arme aus. "Das wird mein Büro, und an die Wand kommt der Zins", sagt sie und strahlt. "Wir freuen uns alle auf den Einzug in den Neubau im Juli", fügt sie an. Wenn das neue Büro im Kopfbau des Rathauses eingerichtet ist, guckt sie auf die Wallgrabenzone, Haus Koekkoek hat sie im Rücken. Jede Etage des Rathauses hat eine eigene Farbe: Die von Northings Etage ist Kanzlerinnen-Orange.

Gestern öffnete das Rathaus erstmals seine Pforten - Politik sowie Presse wurden von Bettina Keysers durch den Bau geführt, begleitet von Northing, Kämmerer Willibrord Haas, Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer und GSK-Chef Thomas Mutz. Weil am Haupteingang noch gebaut wurde, wurden für die fertigen Bereiche Plastiküberzieher verteilt: der Teppichboden sollte geschont werden. Die roten Fäden im Muster des Bodens sollen an das Klever Wappen erinnern. Ansonsten präsentiert sich der Bau betont zurückhaltend: heller Teppichboden, rot durchwirkt, auf den Böden, der Flure, an denen sich rechts und links Büro an Büro reiht.

Kleve: So sieht es im neuen Rathaus aus

"Wir hatten im Vorfeld der Planung die Mitarbeiter befragt und da herrschte der Wunsch nach Einzel- oder Doppelbüros vor. So wurde das dann auch ausgeschrieben", erklärt Keysers. Besprechungsräume gibt es auf jeder Etage im Kopfbau. Die Treppenhäuser und der große Eingangsbereich zwischen Haupteingang und -nebeneingang zur Kavarinerstraße sind mit großformatigen, grauen Fliesen belegt, der Ratssaal bekommt einen Holz-Laminat-Boden und eine entsprechende Wandverkleidung. Der viel großzügiger gewordene Saal für die Ausschüsse lässt sich mit dem Ratssaal zu einem großen, multifunktionalen Raum zusammenschließen. "Wir haben entsprechende Möbel für den Ratssaal ausgesucht, die sich auf- und abbauen lassen, wenn es dort eine größere Veranstaltung geben sollte", sagt Keysers.

Das einzig Ausgefallene, das sich die Stadt geleistet hat, ist die schräg im Raum gestellte, noch zugeklebte Treppe vom Bürgerbüro hinauf zu den Ratssälen. Die soll, wie die Empore um das Treppenhaus, ein gläsernes Geländer bekommen. Der Ratssaal werde gediegen ausgestattet, ließ Haas durchblicken.

Die Gesamtkosten des Rathauses, dessen neu gebauter Trakt Passivhausstandard hat, beziffern sich laut Haas auf 13,4 Millionen Euro. Damit ist das Rathaus teurer als die mit 8,3 Millionen Euro 2009 gewählte Variante C, aber immer noch günstiger als die beiden anderen Varianten A (Neubau) mit geschätzten 14,4 Millionen Euro, und B (Sanierung mit Anbau) mit geschätzten 14,8 Millionen Euro. Man bekomme dafür ein sehr viel hochwertigeres Gebäude mit mehr Raum, sagt Keysers. "Das sind vertretbare Kosten", versichert Kämmerer Haas. Der Energieverbrauch werde, so der Kämmerer, erheblich niedriger sein, als bis jetzt. "Kunst am Bau" kommt vom Museum Kurhaus, das die Räume entsprechend ausstatten wird.

Quelle: RP
 
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