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Kleve
Neues Reinigungsboot hilft beim Algenkampf

Kleve: Neues Reinigungsboot hilft beim Algenkampf
Das neue Reinigungsboot im Spoykanal. Vor allem seit der Entwicklung der Unterstadt rückt der Fluss in den Fokus. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Seit der Schließung der Altrhein-Schleuse hat der Spoykanal verstärkt mit dichten Grünteppichen zu kämpfen. Aber auch der Mensch trägt erheblich zur Verschmutzung von Kleves "Lebensader" bei. Von Ludwig Krause

Hochschule, Gastronomie, Hotellerie: Gerade bei der rasanten Entwicklung der Unterstadt und dem Marketing-Sprech Kleves als "Stadt am Wasser" wird er immer wieder bemüht: Der Spoykanal als "Lebensader" der Schwanenstadt. Wenn man für einen Augenblick bei dem Bild verweilen möchte, kann man jedoch vor allem im Sommer den Eindruck gewinnen, die Lebensader leide teils unter erheblichen Verstopfungen. Der ausbleibende Schiffsverkehr und die Einstellung des Betriebes an der Schleuse verhindern einen Austausch zwischen dem Altrhein und der Spoy. Das Ergebnis waren zuletzt immer wieder Algenteppiche, Treibgut, Unrat und Ablagerungen, die auf der Wasseroberfläche trieben.

"Die sogenannte Selbstreinigung, die in einem Fließgewässer weitestgehend vorhanden ist, findet im Spoykanal nicht mehr statt", konstatiert die Stadt dementsprechend jetzt in einer Mitteilung. Mehrmals im Jahr müssen die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) ausrücken, um groß angelegte Reinigungsaktionen durchzuführen. Diese seien für einen gewissen Zeitraum auch durchaus zielführend gewesen, wie es von der Stadt heißt. Allerdings würden die Wetterverhältnisse, insbesondere der Wind, dazu beitragen, dass sich die Situation teilweise schon kurz nach der Reinigung wieder verschlechterte - der Spoykanal genauso grün zuwächst, wie vor der Aktion. "Bisher haben wir vor allem vom Flussufer aus agiert. Auf dem Wasser selbst kann man jedoch viel mehr erreichen", sagt Jochem Vervoorst von den Umweltbetrieben der Stadt.

Die Besatzung wird vom Haus Freudenberg gestellt. FOTO: Privat

Darum habe man jetzt bei der USK ein Reinigungskonzept entwickelt, das auch bei den politischen Gremien in Kleve Anklang fand und jetzt umgesetzt wurde. Das Konzept sieht unter anderem das jährliche Schneiden des Schilfbewuchses vor, außerdem soll ein speziell nachgerüstet Bagger bei größeren Reinigungsaktionen, die durch besonders starke Verschmutzung nötig werden, Abhilfe schaffen. Zuletzt konnten die Mitarbeiter der Stadt mehr als ein Dutzend Fahrräder vom Grund des Spoykanals fischen. Wenn diese schon eine ganze Zeit dort "geparkt" wurden, bleibt für sie nur noch der Wertstoffhof. Alle Fahrräder, die sich tatsächlich noch im akzeptablen Zustand befinden, kommen ins Fundbüro - und in der Regel danach zum Theodor-Brauer-Haus, das regelmäßig Versteigerungen der Räder organisiert.

Neu beim Kampf gegen den Teppich auf der Spoy kommt jetzt auch ein Reinigungsboot zum Einsatz. Was man von weiten noch für ein Partyboot der Flussfeuer-Flotte halten könnte, entpuppt sich von Nahem als ein eigens gebauter motorbetriebener Katamaran, bei dem zwischen den Schwimmkörpern eine Aufnahmeeinrichtung konstruiert wurde. An Deck befindet sich eine Besatzung der Haus Freudenberg GmbH, die mit dem Betrieb des Reinigungsbootes beauftragt wurde. Die speziell unterwiesene Arbeitsgruppe besteht aus einem Teamleiter und drei Mitarbeitern. Das soll deutlich öfter im Einsatz sein, als die Spoy bisher gereinigt wurde. Von Frühjahr bis Herbst und je nach Verschmutzungszustand soll das Team einmal wöchentlich den Kanal abfischen. Und selbst damit ist es noch nicht getan: Im kommenden Winter wird das Reinigungsboot noch einmal aufgerüstet. Dann soll ein Aufnahmeförderband installiert werden und die Arbeit noch einmal effizienter machen.

Davon profitieren dann auch Hochschule, Gastronomie und Hotellerie - die vor allem im Sommer gar nicht genug Plätze an Kleves "Lebensader" anbieten können.

Quelle: RP
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