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Kreis Kleve
NGG warnt vor Altersarmut im Kreis Kleve

Kreis Kleve. Immer mehr Rentner im Kreis Kleve sind auf staatliche Unterstützung angewiesen: 3152 Menschen erhielten im vergangenen Jahr Grundsicherung ("Alters-Hartz-IV") im Alter oder bei Erwerbsminderung - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.

Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) hervor, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitteilt. Die NGG Nordrhein warnt vor einer weiteren Zunahme der Altersarmut und fordert eine Stärkung des gesetzlichen Rentenniveaus. Zudem dürften tarifliche und betriebliche Zusatzrenten nicht länger auf die Grundsicherung angerechnet werden.

"Innerhalb von zehn Jahren sind im Kreis Kleve rund 1540 Menschen hinzugekommen, die ihre Rente beim Staat aufbessern müssen", sagt NGG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hufer. Es sei ein "sozialpolitisches Armutszeugnis", wenn selbst immer mehr Menschen, die ein Leben lang gearbeitet hätten, der Gang zum Sozialamt nicht erspart bleibt.

"Wir brauchen daher dringend Korrekturen bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Ohne ein höheres Rentenniveau werden gerade die jungen Beschäftigten später in Altersarmut geschickt", warnt Hufer. Für sie laufe die Rente derzeit auf 43 Prozente ihres Einkommens hinaus, aber alles unter 50 Prozent sei "extrem ungerecht", so der Gewerkschafter.

Gleichzeitig müsse auch die betriebliche Vorsorge ausgebaut werden. Das sei gemeinsame Aufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgebern. "So hat die NGG in Nordrhein-Westfalen für alle Branchen Zusatzrenten vereinbart", sagt Hufer. Zum Beispiel in der Ernährungsindustrie. Dort zahle der Arbeitgeber im Schnitt 500 bis 600 Euro pro Jahr in die tarifliche Altersvorsorge ein.

"Aber das Ersparte landet nur dann im Portemonnaie der Menschen, wenn die Zusatzrente nicht länger auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird", betont der Gewerkschafter. Bislang werde Beschäftigten, die eine Tarifrente und Anspruch auf Grundsicherung haben, ein Großteil der Zusatzrente wieder abgezogen. Das sei ein Missstand, den der Gesetzgeber unbedingt beheben müsse.

Hinzu komme: "Zu den wichtigsten Mitteln gegen Altersarmut gehören vor allem faire Löhne. Hier sind die Arbeitgeber im Kreis Kleve gefordert. Sie sollen sich an Tarifverträge halten, statt Löhne durch prekäre Jobs zu drücken", so Hufer. Zudem müsse der gesetzliche Mindestlohn kräftig angehoben werden. Erst dann könne man Altersarmut auch im Niedriglohnbereich verhindern.

Quelle: RP
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