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Kleve
Noch 47 Flüchtlinge in der KAG-Halle

Kleve: Noch 47 Flüchtlinge in der KAG-Halle
Etwa 60 Eltern, Schüler, Lehrer, Gäste und Politiker nahmen an der Podiumsdiskussion teil. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Dreifachsporthalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums soll nach dem 29. Februar wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen. Pro Woche kommen 40 neue Flüchtlinge an, 791 gingen über Kleve in die zugewiesene Kommune. Von Matthias Grass

Die Lage der Flüchtlings-Unterkunft in der Dreifachsporthalle am Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) scheint sich zu entspannen. Derzeit sind noch 47 Personen dort untergebracht. Kamen Anfangs 150 unversorgte und hungrige Menschen nach Kleve, so sind die Neuankömmlinge jetzt registriert und werden später auf die Kommunen verteilt. Derzeit steht der 29. Februar als der Tag im Raum, an dem die Halle für den Schulsport frei wird. Wenn es dem Land gelingt, entsprechende zentrale Unterkünfte einzurichten, schränkte Kleves Bürgermeisterein Sonja Northing ein.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Etwa 60 Eltern, Schüler, Lehrer, Gäste und Politiker waren ins Pädagogische Zentrum des Konrad-Adenauer-Gymnasiums gekommen, um sich über den Sand der Dinge der Flüchtlingsunterkunft zu informieren. Eingeladen hatte die Schüler-Vertretung des KAG, die ein mit Bürgermeisterin, SPD-Fraktionschefin Petra Tekath und unter anderen den beiden Vertreterinnen des Internationalen Bundes prominent besetztes Podium organisiert hatte.

In Kleve werden die Neuen - es kommen pro Woche etwa 40 Menschen - von einem Arzt und dem Pflegedienst untersucht. Jeder bekommt ein Bett, einen "Hygienebeutel", Essen. Menschen über 16 Jahre werden für die TBC-Untersuchung geröntgt, es gibt ein Impfangebot. Bei Kindern wird ein Hauttest gemacht, bei Jugendlichen ein Bluttest. Deutsch-Unterricht steht für die Menschen ebenso auf dem Programm, wie für die Kleinen auch Kinderbetreuung.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Bis jetzt wurden 791 Menschen durch die Halle geschleust und von hier in der Regel nach Woche auf die dann zuständige Kommune verteilt. "Die Flüchtlinge, die in der Nähe untergekommen sind, besuchen uns sogar - das zeigt, dass sie sich gemessen an den Umständen wohl gefühlt haben", sagt Bettina Feldmann vom Internationalen Bund, der die Betreuung der Personen in der Halle übernommen hat.

"Für viele Eltern, die zu uns kommen, ist es einfach schön zu sehen, dass ihre Kinder in Sicherheit sind und eine Zukunft haben können. deshalb müssen wir rechter Hetze sofort begegnen", sagt Northing, die eine Hetzparole im Internet angezeigt hatte.

Marcel Erps vom Fachbereich Soziales in Kleve sagte, dass in Keeken der Bevölkerung die dortige künftige Unterkunft für Kleve zugewiesene Flüchtlinge vorgestellt werde. Northing hatte betont, dass die Stadt bemüht sei, die Menschen, die längere Zeit nach Kleve kommen, dezentral in Wohnungen und möglichst nicht in Heimen oder Notunterkünften unterzubringen. Auf Nachfragen aus dem Publikum, warum es einen Zaun mit Sichtschutz zwischen Flüchtlingen und Schülern gäbe, sagte die Bürgermeisterin, dass den Flüchtlingen vor der Halle eine gewisse Privatsphäre geschaffen werden müsse. Zudem sei es Vorschrift. "Nicht überall werden die Menschen so freundlich aufgenommen wie in Kleve. Deshalb auch die Security, die ebenfalls vorgeschrieben ist", sagt Northing. Es seien Sozialarbeiter in der Halle, und wenn sich zwei "in die Wolle bekommen", so Northing, dann käme eben auch die Polizei. In Kleve könnten sich die Flüchtlinge frei bewegen oder auch nur durch eine andere Tür um den Zaun herum. Dann seien Schüler und Flüchtlinge nicht mehr getrennt.

Es gibt eine Einzelbetreuung in der Halle und den Menschen werde auch "Leben in Deutschland" vermittelt, sagt Seyran Dag vom Internationalen Bund. Angst vor möglichen Islamisten versuchte Dag zu zerstreuen: Die Religion stehe nicht im Vordergrund, nicht bei den Flüchtlingen und schon gar nicht beim Internationalen Bund.

Petra Tekath versicherte, dass die Halle, wenn sie vom Land nicht mehr gebraucht werde, so schnell wie möglich hergerichtet werde. Bis jetzt sei nach Aussagen des Gebäudemanagements der Stadt Kleve der Boden nicht zerstört.

Quelle: RP
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