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Kleve
Nur noch auf dem Rad durch die Stadt

Kleve. Kleve ist im Stadtradler-Fieber und nimmt am bundesweiten Wettbewerb teil. 300 Bürger haben sich angemeldet, 182 radeln aktiv und sammeln Kilometer. Von Matthias Grass

Mit dem Rad ist man schneller als mit dem Auto. Besonders jetzt, da sich Kleve mit seinen Großbaustellen zu den Stoßzeiten regelmäßig vom fließenden Autoverkehr verabschiedet. Wiltrud Schnütgen fährt Rad, eigentlich immer. Die Grünen-Ratsfrau und Stadtführerin ist Radlerin aus Überzeugung. Jetzt auch offiziell: Als eine der beiden Klever Stadtradler hat sie ihr Auto eingemottet, Schlüssel und Führerschein bei der Bürgermeisterein abgegeben und begeistert stadtauf und stadtab fürs umweltschonende Fortbewegungsmittel. Denn Kleve ist mit Verve bei der bundesweiten Aktion "Stadtradeln. Radeln für ein gutes Klima" dabei. Das Stadtradeln dient zum Klimaschutz sowie zur Radverkehrsförderung und kann deutschlandweit von allen Kommunen an 21 zusammenhängenden Tagen bis 30. September durchgeführt bzw. eingesetzt werden. In Kleve läuft die Aktion bis zum 16. Juli. (Info: www.stadtradeln.de).

Es gibt in dieser Aktion die beiden Stadtradler als "Stars", die möglichst viele Menschen fürs Radeln begeistern sollen. Sie verzichten ganz aufs Auto, geben Führerschein und Autoschlüssel ab. Die anderen Teilnehmer sammeln möglichst viele Kilometer, indem sie in der dreiwöchigen Aktionsphase privat und beruflich möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen, um dem eigenen Team und der eigenen Kommune zu einer guten Platzierung verhelfen, erklärt die Aktion Stadtradeln das Event.

26 Teams haben sich in Kleve bis jetzt angemeldet. Die für die Teilnahme am Wettbewerb geforderte Kommunalpolitik geht in der Schwanenstadt mit gutem Beispiel voran: 15 Ratsmitglieder stehen in der Liste, das sind mehr als 30 Prozent des Klever Rates. Vorneweg übrigens die "Black Riders" der Klever CDU, die als eigenes Team antreten. Mitglieder der anderen Fraktionen sind in offenen Teams. Auch die Hochschule Rhein-Waal ist dabei: Professoren und Studenten haben sich zusammengefunden, möglichst viele Strecken mit dem Auto statt mit dem Rad zu fahren, vorneweg HSRW-Präsidentin Dr. Heide Naderer und ihr Vizepräsident Prof. Jens Gebauer. Schulen wie das Stein-Gymnasium und das KAG sind ebenso gelistet wie Firmen.

"300 Bürger haben sich angemeldet, 182 sind aktiv", sagt Pascal van Koeverden, bei der die Fäden des Stadtradelns zusammenlaufen. Aktiv sind diejenigen Bürger, die Rad-Kilometer sammeln. Das können sie mit Hilfe eingebauter Tachos machen oder mit einer App, die die Kilometer zählt. Markus Daute vom gleichnamigen Fahrradhaus, hat einen ganzen Satz Kilometerzähler gesponsert, erklärt van Koeverden. Dautes Bruder Ralf ist übrigens der zweite Stadtradler, der aufs Auto verzichtet. Van Koeverden, Stadtplanerin der Klever Bauverwaltung, verzichtet in den nächsten Wochen auch aufs Rad. "Zur Arbeit fahre ich sowieso mit dem Fahrrad, aber ich bin überrascht, wie gut auch die anderen Fahrten auf dem Zweirad zu machen sind", sagt sie: Taxi Mama ist jetzt für ihre Kinder mit körperlicher Ertüchtigung verbunden.

Für Wiltrud Schnütgen ist das Fahrrad inzwischen Hauptverkehrsmittel. Vor allem seit sie vor fünf Jahren aufs Pedelec umgestiegen ist, sammeln sich auf ihrem Tachometer Kilometer auf Kilometer. "Ich weiß jetzt, dass es eigentlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung gibt", sagt sie, die auch eine Stadtführung für Fahrradfahrer anbietet. Mit der Erfindung der E-getriebenen Pedelecs haben die "Berge" der Stadt Kleve ihren Schrecken auch bei Flachlandradlern verloren, wirbt sie für das umweltfreundliche Radfahren.

Am 28. Juli wird es eine Abschlussveranstaltung für die Teams geben, bei der die gefahrenen Kilometer vorgestellt und gewürdigt werden, verspricht Pascal van Koeverden. Und der Ausbau Kleves als fahrradfreundliche Stadt gehe selbstverständlich auch weiter.

Quelle: RP
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