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Kleve
Opschlag: Poller lassen auf sich warten

Kleve: Opschlag: Poller lassen auf sich warten
Eine Reihe Poller soll die Einfahrt in den Opschlag von 19 bis 24 Uhr verhindern. FOTO: mgr
Kleve. Im April beschloss der Rat, zeitnah versenkbare Sperren in die Straße einzubauen. Bis jetzt ist nichts passiert: Das kurze Stück Straße der neuen Klever Kneipenmeile wird immer noch stark befahren. Im Herbst soll die Maßnahme beginnen. Von Matthias Grass

Das bis jetzt am Opschlag aufgestellte Durchfahrt-Verbotsschild, zeitweise von einem Pappkameraden der Polizei unterstützt, hatte keinerlei Wirkung auf Autofahrer: Auswärtige ließen sich vom Navi in die verbotene Straße leiten, die von April bis September von 19 bis 24 Uhr gesperrt ist, Einheimische fuhren aus Gewohnheit durch. Das Fazit der Polizei: "Das Aufkommen an Verkehrsverstößen übersteigt bei weitem die Möglichkeiten, diese auch zu ahnden". Trotz regelmäßiger Kontrollen gab's keine Änderung im Verhalten der Autofahrer. Also sollen versenkbare Poller kommen, die das Einfahren in den Opschlag von der Herzogstraße von 19 bis 24 Uhr unmöglich machen. In Gegenrichtung müssten keine Poller gebaut werden: Der Opschlag ist eine Einbahnstraße.

Die Kosten liegen bei 20.000 Euro. Diskutiert wird das Ganze seit langem, am 5. April beschloss der Rat, die versenkbaren Poller "zeitnah" einzubauen und die 20.000 Euro bereitzustellen. Im Juni fragte Grünen Fraktionschefin Meyer-Wilmes nach, wann denn die Poller endlich kommen. Bernhard Klockhaus, Fachbereichsleiter Tiefbau, blieb in seiner Antwort vage: Sie würden wohl Ende des Jahres eingesetzt, hieß es.

Dass das alles so lange dauert, bemängelt Achim Matenaar im RP-Bürgermonitor: "Die Beobachtungen von Anwohnern, den Betrieben, Bürgern kann ich nur bestätigen". Matenaar beschreibt, dass nicht nur die Straße einfach durchfahren wird. "Vielmehr nutzen einige Fahrer die Anwesenheit von großem Publikum auf den Terrassen, um sich und ihr Fahrzeug in Szene zu setzen - dies auch durch lautes Beschleunigen und schnelles Durchfahren des kurzen Straßenstücks", schreibt Matenaar. Würden Autofahrer angesprochen, werde ungehalten reagiert oder es würden beleidigende und freche Verbalattacken losgelassen. "Ein Mann, der auf der Straße stand, um ein Foto seiner Freunde auf der Terrasse zu machen, wurde fast angefahren", sagt Matenaar. Der Sommer, wenn auch verregnet, ist schon bald wieder um. "Und es ist nichts, rein gar nichts passiert. Welcher Autofahrer sieht das Schild in luftiger Höhe? Wer um die Sperrung weiß, den interessiert es zudem offenbar auch nicht", mahnt Matenaar die Stadt zur Eile. Der Verkehr dort sei inzwischen fast durchgängig.

"Wenn sich, warum auch immer, die technischen Maßnahmen immer noch nicht umsetzen lassen, müsste vielleicht jemand dafür Sorge tragen, dass zu den Sperrzeiten ein mobiles Absperrgitter mit entsprechender Beschilderung und Warnleuchte aufgestellt und versetzt wird. Ich möchte nicht einmal ausschließen, dass sich ein ansässiger Pächter finden ließe, der für das Umsetzen Sorge tragen würde", schlägt Matenaar vor.

Stadtsprecher Jörg Boltersdorf teilte mit, dass inzwischen Bewegung in die Sache gekommen sei: "Derzeit werden drei Ausführungsvarianten geprüft und noch Absprachen mit der Polizei und der Feuerwehr getroffen. Aktuell befinden wir uns in der Ausschreibungsphase und gehen davon aus, dass voraussichtlich im Herbst die Poller gesetzt werden können."

Quelle: RP
 
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