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Kranenburg
Pädophiler weg - er bekam Geld für Umzug

Kranenburg. Der Pädophile Benno L. (65), der in Kranenburg wohnte, ist weggezogen. Im vergangenen Monat ließ er einen Möbelwagen vorfahren, packte seine Sachen ein und verschwand. Doch bekam er Geld, damit er umzieht. Vor einigen Wochen hatte er horrende Summen gefordert: Für 2500 Euro sei er bereit, innerhalb von zwei Jahren seine Wohnung zu verlassen, bei 6000 Euro würde es schneller gehen (die RP berichtete). Von Peter Janssen

Die 53-jährige Vermieterin erklärte, dass man zwar nicht die geforderte Summe von 6000 Euro gezahlt habe, doch lag diese dennoch deutlich im vierstelligen Bereich.

"Ich bin froh, dass er nicht mehr in meinem Haus wohnt", sagt die Kranenburgerin. Etwa ein halbes Jahr war Benno L. ihr Untermieter in dem Haus.

Ein niederländisches Gericht hatte den 65-Jährigen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Benno L. Dutzende geistig behinderte Mädchen in seiner Zeit als Schwimmlehrer missbraucht hat. Medienangaben zufolge soll es der größte Kinderschänder-Prozess in der niederländischen Rechtsprechung gewesen sein.

Nachdem bekannt wurde, wer da nach Kranenburg gezogen ist, waren junge Familien, die gegenüber von Benno L. wohnten, beunruhigt. In der Nachbarschaft befindet sich eine Kindertagesstätte. Nicht nur dort war er ein Thema, die Eltern waren besorgt.

"Ich habe ihm zum Abschied gesagt, dass er nur weit genug wegziehen solle", erklärt die 53-Jährige. Die Wohnung hat sie wieder vermietet. Wo seine neue Heimat ist, hat Benno L. nicht verraten.

Zum Abschied hat er nach Angaben seiner Ex-Vermieterin noch gedroht. "Ich muss ihm noch die Nebenkostenabrechnung zukommen lassen. Da hat er mir seine E-Mail-Adresse gegeben und mich gewarnt. Falls ich diese weitergeben würde, wolle er mich verklagen und erneut Geld fordern", sagt die Kranenburgerin, die froh ist, dass ihre Enkelkinder sie jetzt wieder besuchen können. "In der Zeit, als der Mann hier wohnte, wollte ich es nicht", erklärt die 53-Jährige. Sie habe einen Strich unter die Sache gezogen.

Der Fall habe ihr jedoch gezeigt, dass man als Vermieter sehr wohl aufpassen müsse, wenn man da vor sich habe, denn: "Ich hatte mehrere Bewerber für die Wohnung. Er hat damals den besten Eindruck hinterlassen."

Quelle: RP
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