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Kranenburg
Pannenbaustelle B 504: Rettungsgasse fehlte

Kranenburg: Pannenbaustelle B 504: Rettungsgasse fehlte
Die Fachleute beim Landesbetrieb Straßen.NRW waren nach dem Abfräsen der Fahrbahndecke der B 504 von dem desolaten Zustand überrascht worden und hatten diesen für den Verzug verantwortlich gemacht. FOTO: evers
Kranenburg. Die Sanierung der Bundesstraße 504 dauert extrem länger als geplant. Grund sind laut Straßen.NRW unvorhersehbare Schäden im Unterbau. Jetzt stellt sich heraus: Baufirma ist mitverantwortlich für den Verzug. Von Peter Janssen

Nicht allein der schlechte Unterbau der Bundesstraße 504 ist der Grund für die Verzögerung bei den Sanierungsarbeiten (wir berichteten). Die Fachleute beim Landesbetrieb Straßen.NRW waren nach dem Abfräsen der Fahrbahndecke von dem desolaten Zustand überrascht worden und hatten diesen für den Verzug verantwortlich gemacht. Der Zeitpunkt der Fertigstellung musste um einen Monat auf Ende November verlegt werden. Die Vollsperrung bleibt. Bitter für die Bürger, ist die B 504 doch die wichtigste Verbindungsstraße zwischen der Autobahn 57, Kranenburg und Nimwegen.

Doch wie unsere Redaktion jetzt erfuhr, ist nicht allein der Aufbau der Straße für die ausgedehnte Bauphase verantwortlich. Auch das Unternehmen Eurovia, nach eigenem Bekunden europäischer Marktführer im Straßenbau, hat einen Beitrag dazu geleistet. Dies erklärte Christoph Angenendt, Projektleiter bei Straßen.NRW. Angenendt konnte nicht sagen, wie viel Zeit genau auf das Konto der Baufirma geht. Er sprach von mehreren Tagen.

"Wir haben vor Ort eine Situation vorgefunden, die vertraglich so nicht vorgegeben war und demensprechend wieder verändert werden musste", sagt Angenendt. Mit der "Situation vor Ort" meint er, dass das Bauunternehmen keine Rettungsgasse eingerichtet hatte. So wurde offenbar vorgegangen, um effektiver und somit kostengünstiger arbeiten zu können. Ob sich das Unternehmen in seiner Kalkulation dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollte, konnte Angenendt nicht bestätigen. Es sei in der Ausschreibung festgelegt, dass zunächst die eine Seite der Straße saniert werden müsse und dann die andere, damit eine Spur für Notfälle frei bleibe, so der Projektleiter. Das habe absolute Priorität, über diese Sicherheitsmaßnahme könne nicht diskutiert werden, so der Mitarbeiter von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb musste eingreifen und bestätigt das auch.

Auch bei anderen Sanierungsarbeiten - wie etwa der Instandsetzung des Radwegs - sind Maßnahmen von der Firma nicht so umgesetzt worden, wie dies vom Landesbetrieb erwartet wurde. "Bevor wir im Rahmen der Instandsetzung des Radwegs auf die andere Seite gehen konnten, fehlte hier die Oberbodenandeckung. Da musste nachgebessert werden, bevor man den Weg für die Radfahrer wieder freigeben konnte. Auch das hat zu Zeitverlusten geführt. Das ist von der Firma nicht richtig umgesetzt worden", erklärt der Landesbedienstete.

Ein Firmensprecher von Eurovia erklärte, dass es mehrere Gründe für die um 100 Prozent ausgedehnte Bauphase gebe. So sei neben dem schlechten Unterbau, der zusätzliche Maßnahmen erforderlich machte, auch das Wetter schlecht gewesen. Die Aussage dürften sicherlich nicht alle unterschreiben, die vom Fach sind. Zudem erklärte der Sprecher, habe es Lieferengpässe gegeben: So fehlte es an ausreichend Asphalt.

Nach den schlechten Nachrichten hatte Angenendt aber auch noch eine gute. Er machte Hoffnung, was eine zügige Freigabe des Teilstücks der B 504 betrifft. Angenendt geht davon aus, dass irgendwann in der 47. Kalenderwoche (ab Montag, 21. November), die seit dem 5. September bestehende Vollsperrung beendet wird. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. "Dann wird es nur noch eine Baustellenampel an der Kreuzung Grunewaldstraße B 504 geben. Beide Fahrtrichtungen von Kranenburg zur A 57 und umgekehrt werden dann wieder frei sein", sagt Angenendt. Aktuell geht Straßen.NRW davon aus, dass die komplette Maßnahme jetzt erste Mitte Dezember abgeschlossen sein wird.

Der Öffentlichkeitsarbeiter von Eurovia wollte keinen Zeitpunkt für Fertigstellung oder Aufhebung der Sperrung nennen. Er erklärte lediglich: "Wir wollen die Arbeiten jetzt zügig beenden. Doch hängt viel vom Wetter ab. Wenn die Außentemperaturen weiter sinken, kann kein Asphalt aufgetragen werden."

Quelle: RP
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