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Kleve
Papillon: Berg folgt auf Wedekind

Kleve. Der Verein, der sich um die Lebenssituation von psychisch kranken Menschen kümmert, hat einen neuen Geschäftsführer. Nach 30 Jahren hört Mitbegründer Olaf Wedekind auf. Er bleibt Papillon als Mitglied und Berater treu.

Der Verein Papillon hat einen neuen Geschäftsführer: Nach 30 Jahren hört Olaf Wedekind auf. Josef Berg, Diplom-Pädagoge, übernimmt seine Aufgaben. Zu seinem Stellvertreter wurde Diplom-Sozialpädagoge Bernard Majkowski bestellt.

Wedekind, der von Anfang an Geschäftsführer war, gehört zu dem kleinen Kreis der Begründer des Vereins Papillon im Jahr 1984. Mitarbeiter des Heilpädagogischen Heimes (HPH) und der LVR-Klinik in Bedburg-Hau sowie andere engagierte Personen waren damals der Ansicht, dass sie aktiv werden mussten, um die Lebenssituation von psychisch kranken Menschen zu verbessern.

Seitdem ist eine Vielzahl von Projekten, Einrichtungen und Betreuungsangeboten in den vergangenen 30 Jahren entstanden. So startete Papillon 1986 mit der ersten Betreuungseinrichtung für psychisch kranke Menschen in Kleve. Nach zunächst 21 Heimplätzen für psychisch kranke Menschen in der Meißnerstraße in Kleve entstanden die ersten Außenwohnungen, es folgte die Erweiterung der Heimplätze am Mittelweg und in der Kleinen Rembrandtstraße in Kleve, 1992 die Neubauten im Kastanienweg und in der s'Heerenbergerstraße in Emmerich, die Schaffung eines separaten ergotherapeutischen Bereiches, der sich zum heutigen Tageszentrum weiterentwickelt hat.

1998 begann der Einstieg in die ambulante Versorgung. Aus kleinen Anfängen entstanden die Sozialpsychiatrischen Zentren mit den Kontakt- und Beratungsstellen in Kleve und Geldern und die Vielzahl an ambulanten Betreuungsvereinbarungen mit Klienten, die in ihren eigenen Wohnungen leben.

Rund 500 Nutzer nehmen heute die Angebote von Papillon an.

Eng vernetzt ist die Arbeit des Vereins mit allen wichtigen Partnern der psychosozialen Versorgung im Kreis Kleve.

In einer Feierstunde des Vereins wurde Olaf Wedekind in seiner Funktion als Geschäftsführer entlassen und Josef Berg die Verantwortung übertragen. Karl-Peter Röhl, Vorsitzender des Vereins, hob hervor, dass Papillon und Olaf Wedekind in einem Atemzug genannt werden müssen. Ohne die berufliche Lebensleistung von Wedekind wäre der Verein Papillon mit seinen heutigen umfangreichen ambulanten und stationären Betreuungsangeboten für psychisch kranke Menschen nicht zu diesem sozialpsychiatrisch bedeutsamen Träger im Kreis Kleve gewachsen. Wedekind war der Ideengeber, der Wegbereiter, der Finanzierungsfachmann, der geschickte Verhandler, der Konzeptionsschreiber, so Röhl. Er dankte ihm für die spannenden, erfolgreichen Jahre. Für das ursprüngliche Ziel bei der Vereinsgründung, Angebote für gehandikapte Menschen zu schaffen, damit sie ein selbstbestimmteres, besseres, vielleicht auch glücklicheres Leben führen können, habe Wedekind mit seinem jahrzehntelangen Wirken im Kreis Kleve einen riesigen Beitrag geleistet.

Als Vereinsmitglied bleibt Wedekind aktiv, als Berater für die neue Geschäftsführung, als Fachaus-schussmitglied des Vereins, möglicherweise zukünftig auch im Vorstand des Vereins.

Die Papillon-Vertreter betonen: All das, was heute als Inklusion bezeichnet wird, also die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen, sei schon immer inhaltlicher Bestandteil der Sozialpsychiatrie bzw. der Gemeindepsychiatrie gewesen. Den Gedanken der Inklusion - auch wenn es diesen Begriff noch nicht gab - habe der Verein Papillon schon vor mehr als 30 Jahren in seine Zielsetzung und auch in neue Konzepte aufgenommen. Mit der neuen Geschäftsführung gebe es Garanten, dass diese Lebenseinstellung, diese Philosophie der Inklusion Schritt für Schritt umgesetzt wird. "Neben Neuerungen und Weiterentwicklungen in der psychosozialen Versorgung, die erforderlich sind, wird Josef Berg die Kontinuität der sozialpsychiatrischen Betreuung durch die Angebote unseres Vereins sicherstellen", sagt Röhl. "Bernard Majkowski ist ein ausgezeichneter Fachmann aus den eigenen Reihen, der der Nachfolgegeneration angehört und nun Verantwortung übernimmt".

Der neuen Geschäftsführung wünschte Röhl eine glückliche Hand, um das "Boot Papillon durch alle Stürme der Zukunft sicher zu steuern".

Quelle: RP
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