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Unsere woche
Parookaville: Wagnis geglückt

Kleve. Es ist eine Welt für sich. Wenn Torten ins Publikum geworfen werden, sich Hunderte den Parookaville-Schriftzug auf die Haut tätowieren lassen und Paare spontan in einer improvisierten Kirche für ein paar Tage den Bund fürs Leben schließen - dann ist das für Außenstehende kaum zu verstehen. Aber das ist gewollt. Das Parookaville-Festival will eine eigene Stadt sein, ein Areal, auf dem für ein paar Tage nur die Maxime "Liebe, Wahnsinn, Glückseligkeit" gilt.

Und nach dem Mega-Erfolg im vergangenen Jahr war es ein Wagnis, die Besucherzahl zu verdoppeln. Nach dem Festival zeigt sich: Das Wagnis ist geglückt. Das Verkehrschaos am Anreisetag hielt sich in Grenzen, es blieb friedlich, die Sicherheitskräfte verlebten ein recht entspanntes Wochenende, und sogar das Wetter spielte mit. Als es Probleme mit dem Shuttle-Bus gab, weil der wegen der Massen nicht durchkam, wurde kurzerhand eine andere Route gefahren. Schon fluppte wieder alles. Das zeigt, dass es möglich ist, auch so ein Megaevent zu stemmen. Ein Megaevent, das Leute aus dem Ort auf die Beine gestellt haben und das auch im kommenden Jahr sicher Besuchermassen anziehen wird.

Natürlich gibt es immer noch Dinge, die verbessert werden könnten. Die Frage ist beispielsweise, ob die Organisatoren nicht auch bei Einwegbechern auf ein Pfandsystem umsteigen können. Was bei Dosen funktioniert, müsste doch auch bei Bechern möglich sein. Andere Festivals stellen Charity-Sammelstellen auf: Das Pfand der Becher, die dort landen, wird für soziale Zwecke gespendet. Vielleicht auch eine Idee für Parookaville. Das würde Müll vermeiden und gleichzeitig helfen.

Dass die Organisatoren eine Antenne für solche Dinge haben, haben sie selbst gezeigt. Sie sammelten beim Ticketverkauf Spenden für Initiativen für Flüchtlinge. Dabei kamen 12.000 Euro zusammen, die in Projekte in Weeze investiert werden soll. Es geht doch.

Bei Parookaville geht es schließlich nicht nur um Wahnsinn, sondern auch um Glückseligkeit.

sebastian.latzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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