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Kleve/Emmerich
Pastor Fritz Leinung ist tot

Kleve/Emmerich: Pastor Fritz Leinung ist tot
Pfarrer Fritz Leinung daheim in Emmerich. FOTO: Endermann
Kleve/Emmerich. Trauer in Kleve und Emmerich: Der beliebte Seelsorger ist gestern im Alter von 81 Jahren gestorben. Von Werner Stalder

Trauer in Kleve und Emmerich: Pfarrer Fritz Leinung ist tot. Er starb gestern, 10. Juli, gegen 11.15 Uhr im Alter von 81 Jahren im Herz-Jesu-Kloster in Kleve. Die "Grote Bomm" der Stiftskirche brachte die traurige Nachricht über das Klever Land. Pastor Fritz Leinung wurde am 8. Januar 1934 in Emmerich geboren. Die Priesterweihe empfing er am 2. Februar 1960. Er war zunächst Kaplan in Kleve, Christus-König, ab 1963 Repetent am Collegium Borromäum in Münster, 1966 Kaplan in Dinslaken, 1970 Kaplan in Beckum und ab 1975 Pfarrer in St.-Mariä-Empfängnis Kleve. 1981 wurde er Leiter des Pfarrverbandes Kleve, 1996 Dechant im Dekanat Kleve, 2000 zusätzlich Pfarrverwalter in Kleve Herz-Jesu und ab 2003 Pfarrer em. in Emmerich St. Aldegundis.

Krankheitsbedingt war er danach zunächst im Franziskushaus und später im Herz-Jesu-Kloster in Kleve. Im Oktober 2001 wurde Pfarrer Leinung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Kleve verliehen. Sein Wirken stand stets unter dem Leitgedanken der Versöhnung und Verständigung. Als Pfarrer der Klever Unterstadtkirche hat er viele Spuren hinterlassen. Auf die Gründung der Klosterpforte 1982 hat er maßgeblich hingewirkt. So wurde die Klosterpforte durch ihn zu einer Zuflucht für Hilfsbedürftige. Der Seelsorger trug viel zur Versöhnung mit Polen, Engländern, Niederländern und Juden bei. Bundespräsident Richard von Weizsäcker würdigte in seiner denkwürdigen Rede am 8. Mai 1985 das Versöhnungswerk der Klever Pfarrgemeinde als beispielhaft. Pfarrer Leinung war maßgeblich an der deutsch-polnischen Freundschaft in seiner Pfarrei und darüber hinaus beteiligt. Er schrieb verschiedene Bücher, darunter ein Buch über die tiefe Freundschaft zum ehemaligen britischen Bomberpiloten Ray Hamley. Er förderte die guten Kontakte mit den Niederländern und jüdischen Gemeinden. 2012 wurde Pfarrer em. Leinung mit dem "Karl-und-Maria-Kisters-Preis" geehrt. Mehrfach würdigte Bürgermeister Theo Brauer die Verdienste des jetzt Verstorbenen, besonders seine engen Beziehungen zwischen Kleve und Gnesen. Der aus Kleve stammende em. Erzbischof von Hamburg, Dr. Werner Thissen, gratulierte dem Pastor zum 80. Geburtstag. "Ich habe Dir vieles zu verdanken", schrieb er. "Durch Deinen Dienst in der Klever Unterstadt und als Dechant des Dekanates Kleve hast Du das religiöse Leben in Kleve durch Jahrzehnte in bester Weise geprägt. Als historisch Interessierter hast Du selbst manchmal Wichtiges aus der Geschichte publiziert."

Die Eucharistie für Pastor Fritz Leinung wird am kommenden Donnerstag, dem 16. Juli, um 10 Uhr in der Unterstadtkirche St. Mariä Empfängnis stattfinden, anschließend ist die Beisetzung bei den Priestergräbern auf dem Klever Friedhof. Weihbischof Wilfried Theising wird das Pontifikalrequiem feiern.

Die Aufbahrung mit Gelegenheit zur Verabschiedung ist am Vorabend, 15. Juli, im Rahmen einer Totenvesper um 18.30 Uhr in der Unterstadtkirche.

Quelle: RP
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