| 00.00 Uhr

Niederrhein
Pfadfinder rufen zu Menschenkette auf

Niederrhein: Pfadfinder rufen zu Menschenkette auf
Der Bezirk Niederrhein-Nord der Pfadinder ruft dazu auf, am Sonntag um 15 Uhr zum Markt in Xanten zu kommen und sich in möglichst bunter Kleidung einer Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz anzuschließen. Unser Archivbild zeigt Pfadfinder bei der Aussendung des Friedenslichtes im Dom. FOTO: arfi
Niederrhein. Nach dem Brandanschlag: Eine bunte Aktion am Sonntag in Xanten soll ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz setzen. Pfadfinder von weiten Teilen des Niederrheins mit von der Partie. Zug zur geplanten Unterkunft. Von Dirk Möwius

Mit Aktionen und Bekenntnissen reagiert Xanten auf den Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft. Am Montag saßen die Vertreter aller Ratsfraktionen zusammen, um eine gemeinsame Erklärung zu formulieren. Sie verurteilen den Anschlag aufs Schärfste und betonen: "Xanten und unser Ruf haben Besseres verdient." Während die Politiker noch eine Veranstaltung ankündigen, auf der alle Bürger auch ihre Sorgen in Sachen Asylbewerber artikulieren sollen, sind die Pfadfinder schon einen Schritt weiter: Der DPSG-Bezirk Niederrhein-Nord ruft dazu auf, am Sonntag, 11. Oktober, um 15 Uhr zum Marktplatz in Xanten zu kommen und sich in möglichst bunter Kleidung einer Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz anzuschließen. Bezirksvorsitzender Christoph Fromont: "Wir wollen zeigen, dass der Niederrhein bunt ist und dass die Mehrheit der Bevölkerung dahintersteht."

Unterstützt wird die Aktion von verschiedenen Jugendorganisationen und der Seite www.fluechtlingshilfe-xanten.de. Christoph Fromont: "Nachrichten von Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte und geplante Unterkünfte, Hass und Gewalt gegenüber Geflüchteten erreichen uns seit Wochen. Sie betrüben uns als Pfadfinder sehr. Fremdenhass und Intoleranz passen nicht in unser Weltbild als Pfadfinder. Als Pfadfinder stehen wir in besonderer Weise für Völkerverständigung, Frieden, Weltoffenheit und Toleranz und setzen uns gerade für die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft unermüdlich ein. Genau wie wir, stehen auch die meisten anderen Menschen in der Bevölkerung hinter diesen Werten."

Der Angriff auf die geplante Unterkunft im ehemaligen Förderzentrum an der Johannes-Janssen-Straße sei die "offene und perfide Zurschaustellung von Fremdenfeindlichkeit". Für den größten Pfadfinder-Bezirk im Bundesgebiet sei es an der Zeit, jetzt ein klares Zeichen gegen diese kriminelle Form der "Meinungsäußerung" zu setzen.

Der Bezirk Niederrhein-Nord lädt alle Bürger ein, die ebenso denken und fühlen, am Sonntag um 15 Uhr zum Markt zu kommen: In auffällig bunter Kleidung, vielleicht auch mit bunten Schals oder Fahnen, Schmuck und was immer einem einfällt. Man will vom Markt aus zur geplanten Flüchtlingsunterkunft ziehen und dort eine bunte Menschenkette bilden. Als bleibendes Zeichen der niederrheinischen Willkommenskultur sollen dort bunte Stofffetzen von allen mitgebracht und angebracht werden.

Die sieben Fraktionen und Gruppen aus dem Xantener Rat betonen, dass sie geschlossen an dem Beschluss zur Nutzung der früheren Förderschule festhalten. Die Aufnahme und Unterbringung von Asylsuchenden sei eine gesetzliche Aufgabe, vor allem und zunächst aber humanitäre Pflicht.

Xanten zeichne sich durch große Hilfsbereitschaft und starkes ehrenamtliches Engagement aus. Man übersehe aber auch nicht, dass der eine oder andere Bürger Bedenken, Sorgen oder sogar Ängste hat. Das nehme man ernst und werde ein Ohr für diese Befürchtungen haben. Jeder Mitbürger dürfe sich darauf verlassen, dass es den Politikern wichtig und wertvoll ist, seine Meinung zu hören.

Auskunft zur Aktion der Pfadfinder erteilt Christoph Fromont in Sonsbeck unter Tel.efon 01601514241 oder 02838 4379559, info@dpsg-bezirk-nn.de. Größere Gruppen sollten sich anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.