| 08.33 Uhr

Whats-App-Kontakt zu Jugendlichem
Pfarrer wohnt nach Rücktritt immer noch in Klever Pfarrhaus

Pfarrer aus Kleve tauscht WhatsApp mit Jugendlichem: Bistum nicht glücklich über Fall Grosch
Der Altar in der Klever Kirche, in der der von seinen Aufgaben entpflichtete Priester wirkte. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Materborn. Im Januar war in Kleve ein Pfarrer zurückgetreten, nachdem er mit einem Jugendlichen Tausende Whats-App-Nachrichten ausgetauscht hatte. Doch auch zwei Monate später wohnt der Geistliche noch im Pfarrhaus. Das Bistum ist "nicht glücklich" über die Situation. Von Peter Janssen

Der ehemalige Pfarrer der Kirchengemeinde "Zur Heiligen Familie" Kleve, Christoph Grosch, hatte Mitte Januar Bischof Felix Genn um seine Entpflichtung gebeten. Grosch hatte Tausende Whats-App-Nachrichten mit einem Jugendlichen ausgetauscht. Das bewertete das Bistum als ein "unangemessenes Kommunikationsverhalten".

Grosch hatte in seinem Namen einen Brief im Gottesdienst verlesen lassen, in dem er unter anderem auch mitteilen ließ, dass er eine Auszeit brauche, um sich einiger Dinge klar zu werden. "Nach Kleve werde ich nicht mehr als Pfarrer zurückkehren", hieß es in seiner Mitteilung.

Doch hat der Geistliche Materborn noch nicht einmal verlassen. Er wohnt weiterhin im Pfarrhaus der Gemeinde an der Dorfstraße. "Das Bistum ist nicht glücklich über die Situation, dass Herr Grosch auch jetzt noch im Pfarrhaus lebt. Der Kirchenvorstand befasst sich mit dem Thema. Wir hoffen, dass sich die Situation bald ändert", sagt Stephan Kronenburg, Pressesprecher des Bistums.

Pfarrhaus ist Eigentum der Gemeinde

Der Kirchenvorstand beschäftigt sich deshalb mit dem Fall, weil das Pfarrhaus Eigentum der Gemeinde ist und das Gebäude in der Regel als Dienstwohnung dem jeweiligen Pfarrer zur Verfügung gestellt wird. "Wir haben da rechtlich keine Möglichkeit, aktiv zu werden", betont Kronenburg.

Verpassen Sie keine Nachrichten aus der Region: Wir schicken Ihnen eine Übersicht per WhatsApp. Melden Sie sich jetzt an!

Am Montagabend tagt der Kirchenvorstand und will sich auch mit dieser Thematik beschäftigen. Derzeit soll es nach Informationen unserer Redaktion Gemeindemitglieder geben, die von einem Besuch im Pfarrhaus absehen, weil sie dort nicht dem ehemaligen Pfarrer begegnen wollen.

Propst Johannes Mecking, der die Pfarrverwaltung übernommen hat, erklärt, dass nun seitens Grosch die nächsten Schritte folgen müssten. "Da ist eine Sache gelaufen, die man nicht gutheißen kann. Pastor Grosch muss sich jetzt auf den Weg machen." Der Propst betont, dass er ihm stets Hilfe angeboten habe. Ebenso wie das Bistum auch. Die Entscheidung, dass die Stelle wieder neu besetzt wird, hatte der Xantener Weihbischof Rolf Lohmann in einem Gespräch mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarreirat frühzeitig mitgeteilt. Das Bistum Münster erklärte jetzt, dass die Stelle schön länger ausgeschrieben sei und es auch einige Bewerber gebe.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Pfarrer aus Kleve tauscht WhatsApp mit Jugendlichem: Bistum nicht glücklich über Fall Grosch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.