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Nach Feuer in Kleve
Pfarrheim wird zur Kindertagesstätte

Kleve. Nach dem Feuer im Kindergarten rückt die Gemeinde zusammen. "Ons Lind" ist übergangsweise eine Notlösung, weil nur drei der fünf Gruppen des Christus-König-Kindergartens untergebracht werden können.

Handgeschriebene Schilder an der Eingangstür warnen: Winterzeit ist Kopflauszeit, in einer Gruppe ist Scharlach ausgebrochen. Alltagsgeschäft für einen Kindergarten, in dem es ansonsten alles andere als alltäglich zugeht. Wenngleich im ersten Moment der Eindruck entstehen könnte, dass das Pfarrheim ,Ons Lind' neben der Christus-König-Kirche in Kleve schon immer ein Kindergarten war.

Tatsächlich ist es aber nur eine Notlösung, dass drei der fünf Gruppen des Christus-König-Kindergartens nun im Pfarrheim untergebracht sind. Am 1. Februar war in dem Kindergarten an der Merowinger Straße durch einen technischen Defekt ein Feuer ausgebrochen und das Gebäude wurde schwer beschädigt.

Die Leiterin Ellen Rütter erfuhr am Telefon von dem Unglück: "Ich konnte das erst nicht glauben, aber als ich dann in der Merowinger Straße ankam, stand alles voller Feuerwehr. Da hatte ich aber noch gehofft, nach spätestens einer Woche wieder herein zu können." Ein Sachverständiger nahm ihr diese Hoffnung allerdings schnell, vier bis fünf Monate werde die Sanierung wohl dauern, erfuhr Rütter.

Es folgten Krisensitzungen, Notfallpläne wurden geschmiedet. Zunächst musste für 35 Kinder, deren Eltern sich auch nicht kurzzeitig um ihren Nachwuchs kümmern konnten, zwei Notgruppen eingerichtet werden. Parallel mussten sich Rütter und ihre 18 Kolleginnen um die Bestandsaufnahme kümmern. "Alles, was in den Gruppenräumen war, musste genau aufgeschrieben werden", sagt sie. Das Spielzeug musste komplett weggeschmissen werden, ob zumindest noch einige Möbel zu retten sind, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden.

Im Gespräch mit dem Kirchenvorstand zeichnete sich, erinnert sich Propst Johannes Mecking, dann schnell die Möglichkeit ab, mit drei Gruppen in das Pfarrheim zu ziehen. Eine Gruppe ist in der benachbarten Altentagesstätte untergebracht, eine weitere im St.-Johannes-Kindergarten. Mecking erzählt dankbar: "Es hat sich niemand beschwert, alle hatten Verständnis dafür, dass wir den Platz für die Kinder brauchen."

Denn es sind mehrere Gruppen, die sich sonst in ,Ons Lind' treffen. Für alle konnten andere Lösungen gefunden werden, bis die Kinder wieder in ihr angestammtes Gebäude zurückkehren können. "Hier kann man es schon sehr gut aushalten", sagt Mecking mit Blick auf die großen, hellen Räume. In denen sieht es ganz nach Kindergarten aus: Bunte Bilder kleben an den Scheiben, die Regale sind gefüllt mit Spielzeug. "Das haben uns Einrichtungen aus der ganzen Region gespendet", sagt Rütter, "es gab wirklich viel Hilfsbereitschaft. Wir haben einen Bulli von der Kisters-Stiftung bekommen und haben die Spenden eingesammelt".

Ausdrücklich bedankt sich die Kita-Leiterin nicht nur bei den Spendern, sondern auch ihren eigenen Mitarbeiterinnern: "Es war toll, dass da alle so zusammengearbeitet haben."

Doch spätestens im Juli, hofft Rütter, geht es wieder zurück an die Merowinger Straße, "das neue Kindergartenjahr soll im Kindergarten und nicht hier beginnen", hat sie sich vorgenommen.

(pbm)
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