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Kleve
"Pferd und Reiter" in der Klever Galerie K

Kleve. Im Hintergrund die große Stadt auf den Hügeln, irgendwo im Orient, vorne ein Rudel Reiter. Die langen Vorderlader in der Hand preschen sie heraus in die karge Landschaft, erinnern an Szenen aus Lawrence von Arabien oder aus Karl Mays orientalischem Zyklus mit "Von Bagdad nach Stambul" in der Mitte. Marius Bauer (1867 bis 1932) war Orientalist, die Landschaften Arabiens hatten es ihm angetan, die Städte, die Reiter und Krieger, die Basare. Auf dem Stich aus dem 19. Jahrhundert eben die Krieger. Von Matthias Grass

Bauers Stich ist der Ausgangspunkt einer feinen Ausstellung in der Galerie K in der Klever Schlossstraße, die an ausgewählten Beispielen die Auseinandersetzung mit Ross und Reiter zeigt: Bauer, 19. Jahrhundert, bis hin zu Bildern der Gegenwart. Wie die des in Goch lebenden Zeichners Martin Lersch, der nach historischen Zitaten seine Pferdefreunde aufs Blatt bringt. Da darf natürlich nicht der Ritter von der traurigen Gestalt, dürr auf seinem Klepper sitzend, fehlen: Don Quijote mit kreisrundem Schild und Lanze.

Ganz anders die Gemälde der Niederländerin Ellen Voets: mit kräftigem Strich in pastos auf der Leinwand stehenden Farben porträtiert sie die Vierbeiner. Als Schimmel mit freundlichem Blick und wehender Mähne galoppieren sie ebenso dynamisch übers Bild wie das Rudel spielender Brauner. Dazwischen naturalistische Pferde im Wald und auf der Wiese: Als Rückepferd oder einen Karren ziehenden müssen die Tiere Anfang des 20. Jahrhunderts ran. Dazwischen, man ist wieder im 19. Jahrhundert, eine kleine Tafel des Koekkoek-Zeitgenossen Verschuur.

Abgerundet werden die Bilder mit mehreren Kleinplastiken des belgischen Bildhauers Freddy Van Dyck, die an die expressiven Skulpturen aus den 1930er Jahre erinnern. Da toben zwei bronzene Pferde ausgelassen auf ihrem Sockel, sitzen zwei Reiterinnen fest im Sattel ihrer Pferde.

Galerie K, Samstags 12 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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