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Kleve
Preisträgerinnen im Projektraum

Kleve: Preisträgerinnen im Projektraum
Gurke auf Scheibe - Veronika Fass an ihrem Kunstwerk auf dem Fenster des Projektraums. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Preisträgerinnen des Kartoffel-Kunst-Wettbewerbs, Veronika Fass und Christa Hahn, haben im Projektraum-Bahnhof25 Räume installiert. Von Matthias Grass

Die Eifellandschaft hängt im barocken Rahmen. Darunter das Leder-Sofa. Vor dem Sofa ein kleiner Perser-Läufer. Das macht die Idylle perfekt. Sitzen sollte man auf dem Sofa aber nicht, betont Christa Hahn, die die kleine Wohnzimmer-Idylle eingerichtet hat. Kunst eben. Es ist auch kein schlichtes Landschaftsfoto in dem Rahmen, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Bäume wiegen sich im Wind, ein Passant fährt vorbei. Hahn hat ein Stück Eifel gefilmt und spielt die Landschaftsszene in einem Dauerloop von etwas mehr als einer Minute auf einem LED-Bildschirm ab, um den der Rahmen exakt herumgearbeitet wurde. Darauf sollte man sich einlassen, sich Zeit nehmen, über die Senke auf die Wiesen und wiegenden Bäume zu blicken.

Ergänzt wird der kleine Landschaftsfilm von Fotos, die Hahn in Namibia und im Gelsenkirchener Zoo gemacht hat. Die Künstlerin betont, dass es abgebildete Wirklichkeit sei, die sie da zeige. Künstlich geformte Landschaft im Zoo steht gegen die alte Wüste Afrikas. Übertönt wird das Ganze von dem Geräusch eines sich drehenden Kreisels auf einem Dielenboden.

Christa Hahn auf dem Sofa ihrer Installation im Projektraum. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Der Kreisel ist die Video-Arbeit, für die Hahn im Juni 2015 den Kunstpreis des Projektraum-Bahnhof25 verliehen bekam. Der Preis ging zu gleichen Teilen auch an Veronika Fass, die einen Teppich aus Kartoffelkeimen weben wollte. Ein Teil des Preises war neben einer "goldenen Kartoffel" eine Ausstellung. Die haben Fass und Hahn jetzt beim Klever Kunstverein an der Bahnhofstraße eingerichtet. Eröffnet wird die Ausstellung heute, 23. April, 16 Uhr, von Susanne Figner vom Kurhaus Kleve, Stellvertreterin des dortigen Museumsdirektors Prof. Harald Kunde.

Veronika Fass arbeit mit Pflanzen, mit Früchten und Gemüse. Für einen Teppich aus Kartoffelkeimen waren die Keime allerdings zu kurz geraten, die bei den hiesigen Kartoffeln gewachsen waren. Fass richtete ein schwarzbraunes Torfbeet ein, in dem sich die keimenden Knollen im Kreis um halbrunde Hügel legen. Wie ein dunkelsamtener Teppich liegt das rechteckige Torfbeet im Raum.

Die große Fensterscheibe zur Straße hinaus hat Fass mit einem Rechteck hauchdünner Gurkenscheiben belegt, die das Licht filtern, das in den Raum fällt. In die kleinen Nischen und Vitrinen des Projektraumes stellte sie kleine Petrischalen mit Samen.

Leicht, gar nicht irden wie die Kartoffel- und Gurkenwerke, erscheint der hintere Raum. Hier zeigt die Wiesbadenerin zartrote, ausfransende, teils abstrakte Figurationen, halbkugelförmig manche. Andere der aus gewässerter Watte, Klebstoff und Farbpigmenten geformten Teile erinnern an ein Gesicht. Christa Hahn zeigt im hinteren Raum Fotogramme, die direkt auf das Fotopapier belichtet wurden. Diesen Schwarz-Weiß-Bildern stellt sie nochmals ein Stück namibische Wüste gegenüber.

Quelle: RP
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