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Kalkar
Professor Herfried Münkler über die "Macht in der Mitte"

Kalkar. Berater der Bundesregierung spricht als Referent beim Wintervortrag in der Kaserne Kalkar vor 500 Zuhörern.

/ Goch (RP) Der letzte Termin in der aktuellen Reihe der Wintervorträge, die die Luftwaffe in Kalkar und Uedem und die Deutsche Atlantische Gesellschaft gemeinsam veranstalten, hat fast 500 Zuhörer in die Aula des Collegium Augustinianum Gaesdonck in Goch gelockt. Allein 150 Schüler des bischöflichen Gocher Gymnasiums und des Berufskollegs Geldern waren gekommen, um Professor Herfried Münkler, einen der profiliertesten deutschen Politikwissenschaftler, zu erleben. Münkler ist nicht nur Berater der Bundesregierung, sondern auch häufiger Gast in politischen Talkshows deutscher Fernsehsender. Das Thema des 64jährigen Wahlberliners, der an der Humboldt-Universität lehrt, war "Macht in der Mitte. Die neuen Aufgaben Deutschlands in Europa".

Ehe Professor Münkler vortrug, durften Generalleutnant Joachim Wundrak und Oberstleutnant a. D. Michael Urban von der Atlantischen Gesellschaft viele Gäste aus Kalkar, Goch, Uedem und der Umgebung begrüßen. General Wundrak bedankte sich bei der Leitung des Collegium Augustinianum, zu dem seit mehr als 20 Jahren enge Beziehungen unterhalten werden. In seinen Ausführungen skizzierte Professor Münkler anschaulich, wie schwer sich unser Land damit tut, eine Führungsrolle in Europa zu übernehmen. "Früher konnte sich Deutschland gut hinter Frankreich verstecken", so Münkler, heute sei das jedoch nicht mehr möglich: "Frankreich hat in den vergangenen 20 Jahren an Bedeutung verloren." Die europäischen Nachbarn erwarten von Deutschland eine führende Rolle im Herzen Europas.

Im weiteren Verlauf seines Vortrages ging Münkler auch auf die vielen Krisenherde seit dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion ein. Ein Akteur wie Deutschland brauche angemessene militärische Fähigkeiten, um auf Krisen kurzfristig reagieren zu können. Aber: "Langfristig kann nur ökonomische Macht eine dauerhafte und stabile Friedenlösung herbeiführen."

Keine Frage blieb bei der anschließenden Diskussion mit den zahlreichen Gästen unbeantwortet. Die Wintervortragsreihe geht ab dem 4. Oktober in eine neue Runde.

Quelle: RP
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